USA weiten Sanktionen gegen Personen in Venezuela aus

Caracas (APA/Reuters) - Nach der umstrittenen Wahl einer Verfassungsversammlung in Venezuela haben die USA ihre Sanktionen auf acht weitere ...

Caracas (APA/Reuters) - Nach der umstrittenen Wahl einer Verfassungsversammlung in Venezuela haben die USA ihre Sanktionen auf acht weitere Vertreter des südamerikanischen Landes ausgeweitet. Betroffen sei auch der Bruder des früheren Staatschefs Hugo Chavez, hieß es am Mittwoch in US-Regierungskreisen. Die Strafmaßnahmen richten sich gegen prominente Vertreter von Politik, Militär und staatlicher Wirtschaft in Venezuela.

Anlass für die Sanktionen sei die Verwicklung der Personen in die von Präsident Nicolas Maduro betriebene Schaffung der Verfassungsversammlung. Sie steht über allen anderen staatlichen Institutionen und damit auch über dem von der Opposition dominierten Parlament. Maduros Kritiker sehen darin den Versuch, eine autokratische Herrschaft des Präsidenten zu zementieren.

Gegen Maduro verhängten die USA vergangene Woche Sanktionen, gegen 13 weitere Personen bereits am 26. Juli. Zu den Strafmaßnahmen gehören Kontosperrungen und Einreiseverbote. Außerdem dürfen US-Bürger und -Institutionen keine Geschäfte mit ihnen machen. Daneben behalten sich die USA Sanktionen gegen staatliche Einrichtungen und Unternehmen Venezuelas vor.

Das ölreiche Land steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise, die vom Einbruch des Ölpreises und staatlichem Missmanagement verursacht wurde. Die wichtigste Wirtschaftsvereinigung des Landes, Fedecamaras, rechnet in diesem Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um sieben bis zehn Prozent. Aus ihrer Sicht ist die neue Verfassungsversammlung kein Mittel zur Lösung der Krise, sondern wird sie eher verschärfen.

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