Internationale Pressestimmen zum Verhältnis Nordkorea-USA 2

Pjöngjang (APA/dpa) - „La Repubblica“ (Rom):...

Pjöngjang (APA/dpa) - „La Repubblica“ (Rom):

„Ein impulsiver Improvisator gegen einen verrückten Diktator: Rette sich wer kann? Hinter den grotesken oder beängstigenden Karikaturen könnte sich eine Rationalität verbergen, sowohl hinter der Kritik an Trump als auch hinter dessen Flucht nach vorne. (...) Falls Trump jedoch glaubt, einen „psychischen Kleinkrieg“ zu führen, könnte er sich verrechnet haben. Kim als Paranoiker kann die Aussicht auf einen amerikanischen Angriff aufregen und weiter aufhetzen (...). Und sie beflügelt seinen Allmachtsrausch im Traum von einer finalen Konfrontation zwischen dem kleinen Nordkorea und dem großen amerikanischen Imperium.“

„Gazeta Wyborcza“ (Warschau):

„Mit seinen zornigen Signalen beweist Trump, dass er sich entweder der Konsequenzen nicht bewusst oder ein Wahnsinniger ist. Dass Kim Jong-un ein Wahnsinniger ist, daran gibt es keinen Zweifel. Einen Anführer, der ein Atomarsenal baut, um sich auf internationaler Ebene unantastbar zu machen und dabei seine Nation an den Rand einer humanitären Katastrophe führt, kann man nicht anders bezeichnen.

Die internationale Diplomatie hat schon einmal enttäuscht. Trotz Sanktionen und Protesten hat die nordkoreanische Diktatoren-Dynastie in einem der isoliertesten und ärmsten Länder der Welt Atomsprengköpfe gebaut sowie Raketen, die sie transportieren können. In dieser Situation ist Trumps Twitteraccount machtlos. Nur noch Diplomaten können Pjöngjang dazu bringen, nicht an das Arsenal zu gehen.“

„Sme“ (Bratislava):

„Nordkorea hat erfolgreich einen Mini-Atomsprengkopf hergestellt und auf die Spitze einer Interkontinentalrakete montiert. So erschreckend diese Nachricht ist, die unberechenbare Reaktion des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat alle Befürchtungen erst recht verstärkt.“

„Lidove noviny“ (Prag):

„Wer die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea verfolgt, muss trübselig werden. Kims Reich probiert atomare Sprengladungen und weitreichende Raketen aus und droht, auf eine ‚amerikanische Provokation‘ mit einem Atomangriff auf die Insel Guam zu reagieren. Die USA nehmen das ernst: Präsident (Donald) Trump sagt, wenn Nordkorea nicht mit seinen Drohungen aufhöre, müsse es mit ‚Feuer und Zorn‘ rechnen. China und Russland schauen nur zufrieden zu, liefert das Geschehen doch einen Beleg für ihr Argument, dass die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei werden müsse. (...) Unsereins sagt sich, dass es diesmal nicht zu einem heißen Krieg kommen wird. Nicht dass (Nordkoreas Diktator) Kim Jong-un dies ausschließen würde, aber anhaltende Spannungen nutzen ihm mehr. Er ist nicht so verrückt zu glauben, er könne die USA in einem Krieg besiegen. Doch er kann vielleicht die USA dazu bewegen, mit ihm wie mit einem Gleichen unter Gleichen zu verhandeln - und nicht wie mit einem tollwütigen Hund.“


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