Wiener Börse (Nachmittag) - ATX gibt weiter nach, minus 1,7%

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat sich heute, Donnerstag, am Nachmittag bei durchschnittlichem Volumen mit schwacher Tendenz gezeigt. Der AT...

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat sich heute, Donnerstag, am Nachmittag bei durchschnittlichem Volumen mit schwacher Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 3.183,81 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 54,78 Punkten bzw. 1,69 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,72 Prozent, FTSE/London -1,08 Prozent und CAC-40/Paris -0,27 Prozent.

Damit hat der ATX seine Abschläge im Verlauf weiter ausgebaut. Auch international zeigten sich die Börsen schwach. Im Zentrum der Aufmerksamkeit bleibt der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea, der für eine deutlich gestiegene Risikoaversion unter den Anlegern sorgt.

In Wien rückte eine Reihe neuer Zahlenvorlagen in den Fokus. Besonders ins Auge stachen die Ergebnisse der OMV. Der Öl- und Gaskonzern konnte im 2. Quartal zwar sein um Lagerhaltungseffekte bereinigtes operatives Ergebnis (CCS) vor Sondereffekten auf 662 Mio. Euro verdoppeln. Allerdings schlug der Verkauf der OMV Petrol Ofisi negativ zu Buche. Nach Sondereffekten stand unterm Strich ein Minus von rund 1 Mrd. Euro.

Die Analysten der Citigroup hoben in einem ersten Kommentar die guten operativen Ergebnisse der OMV hervor - trotz der Generalüberholung in Schwechat, welche einige Tage länger gedauert und damit auch etwas mehr gekostet hatte. Allerdings sei der Nettogewinn vor Sondereffekten im zweiten Quartal mit 282 Mio. Euro schwächer ausgefallen als erwartet, so die Experten. Die Zahlen bescherten den OMV-Aktien ein klares Minus von 4,50 Prozent auf 47,03 Euro.

Für die Post-Titel ging es nach Zahlen ebenfalls um 1,82 Prozent auf 38,90 Euro bergab. Der Konzern hat sein Ergebnis im ersten Halbjahr 2017 gesteigert, jedoch ging der Umsatz infolge des Verkaufs des deutschen Paketdiensts trans-o-flex um 11 Prozent zurück. Das Vorsteuerergebnis (EBT) legte um 4 Prozent auf 102,1 Mio. Euro zu.

Die Papiere der Raiffeisen Bank International (RBI) zogen dagegen um 1,01 Prozent auf 25,52 Euro an. Die Bank baut ihre faulen Kredite schneller ab als gedacht. Ende Juni 2017 hatte sie um eine Milliarde weniger an Problemkrediten auf den Büchern als Ende 2016. Das hat die Gewinne im Halbjahr gepusht. Wie schon seit Ende Juli bekannt ist, ist der Halbjahresgewinn heuer von 236 auf 587 Mio. Euro angewachsen.

Die Polytec hat von der guten Autokonjunktur profitiert und im Halbjahr einen Gewinn von 22,6 Mio. Euro erzielt, das entspricht einem Plus von 74,2 Prozent. Die Analysten der Baader Bank sprachen von sehr starken Quartalszahlen des Autozulieferers und erachten den unveränderten Gesamtjahresausblick des Unternehmens als zu konservativ. Die Aktien drehten nach Kursgewinnen am Vormittag im Verlauf in den roten Bereich, zuletzt standen die Aktien um 1,79 Prozent im Minus bei 15,88 Euro.

Abseits der Berichtssaison gab die Strabag bekannt, in der Krakauer Innenstadt einen aus fünf Gebäuden bestehenden Komplex von Bürotürmen fertigzubauen. Das Auftragsvolumen beträgt 89 Mio. Euro. Strabag-Aktien verloren 2,12 Prozent auf 36,50 Euro.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX knapp nach Handelsstart Uhr bei 3.238,51 Punkten, das Tagestief lag um etwa 14.05 Uhr bei 3.183,36 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 1,58 Prozent bei 1.602,92 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market sieben Titel mit höheren Kursen, 32 mit tieferen und keiner unverändert.

Bis dato wurden im prime market 2.445.544 (Vortag: 3.026.355) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 48,247 (56,55) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher OMV mit 245.650 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 11,63 Mio. Euro entspricht.

~ ISIN AT0000999982 ~ APA323 2017-08-10/14:32


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