Auftakt zur zweiten Ringe-Trilogie

Mit drei Q-Modellen hat Audi in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich im SUV-Sektor gehaust, der subkompakte Q2 stellt den Auftakt eines neuen Hochbau-Trios dar: ansehnlich, wertig und auch kostspielig.

Der reichlich Platz benötigende Kühlergrill lässt recht Großes vermuten, aber mit 4,19 Metern Länge ist der Q2 kürzer als die meisten Kompaktwagen.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Pfafflar –Die Assoziationen drängen sich seit Jahren auf: Hier gibt es seit Jahrzehnten die Automarke Audi mit den vier Ringen als Emblem, dort schrieb J. R. R. Tolkien mit den drei Bänden „Der Herr der Ringe“ einen Fantasy-Bestseller, der Kultstatus erlangte. Audi produzierte vorwiegend Limousinen und Kombis, nach der Jahrtausendwende nahm das Unternehmen erste Sport Utility Vehicles ins Programm auf: Erst kam der riesige Q7 auf den Markt, ihm folgten bald der Q5 und der Q3 – mit dieser SUV-Trilogie legte Audi einen eindrucksvollen Erfolg hin. Und Tolkiens Bücher? Die nahm sich der Regisseur Peter Jackson zur Brust und verfilmte sie rund um die Jahrtausendwende – die Streifen entwickelten sich zu Blockbustern.

Weder Audi noch Hollywood konnten ihre Finger von Folgeprojekten lassen: Peter Jackson knüpfte sich ein weiteres Tolkien-Buch vor – „Der Hobbit“ – und zauberte daraus eine zweite Trilogie. Und die Ingolstädter? Die bereit(et)en nicht nur zweite Generationen von Q7, Q5 (beide schon am Markt) und Q3 (geplant im nächsten Jahr) vor, sondern kümmer(te)n sich um ein zusätzliches Dreiergespann im SUV-Sektor: Q8 (Start: 2018), Q4 (folgt 2019) und Q2. Den gibt es seit dem Vorjahr und er markiert mit einer Länge von 4,19 Metern das Einstiegsmodell im Hochbauprogramm des süddeutschen Herstellers. Buhlten beispielsweise der Q7 und der Q5 mit Hochleistungsmotoren – darunter sogar ein Zwölfzylinder-Turbodiesel – um Kunden, ist sich der Q2 nicht zu schade, sich auch von einem Dreizylinder-Turbobenziner antreiben zu lassen. Der rollte allerdings nicht in den Test-Fuhrpark der Tiroler Tageszeitung, dafür war es ein ähnlich starkes Aggregat aus dem Dieselbereich: ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Selbstzünder mit 116 PS und 250 Newtonmetern maximalem Drehmoment.

Erwartungsgemäß liefert der Diesel bei Leistung, Laufkultur und Verbrauch das Erwartete: Mit dem 1,4 Tonnen schweren Fahrzeug, das auf dem modularen Querbaukasten (MQB) basiert wie etwa der Kompaktwagen A3, hat das aufgeladene Triebwerk leichtes Spiel – die Leistung ist adäquat für einen Fronttriebler. Leistungsannahme, Durchzug und Geräuschentwicklung stellen zufrieden. Der Testverbrauch von 6,7 Litern regt nicht weiter auf. Die Lenkung fällt direkt aus, das Fahrwerk liegt eher auf der sportlichen Seite.

Besondere Stärken spielt der Q2 im Innenraum aus: Die Sitzposition ist angenehm, die gewählten Materialien sind stellenweise prachtvoll und vor allem sorgfältig angeordnet. Das Instrumentarium glänzt mit Übersichtlichkeit, auch das Entertainmentsystem ist über weite Strecken sehr einfach zu bedienen – der Haken steckt allenfalls in der Preisliste: Denn vieles gibt es nur gegen Aufpreis. So sollte es dann auch nicht verwundern, dass unser Testwagen einem Wert von 41.964,18 Euro entspricht. Diesen Betrag zu verlangen, ist kühn angesichts eines Fahrzeugs, das 4,19 Meter lang ist, ein eher kleines Ladeabteil (405 bis 1050 Liter) anbietet und mit 116-Diesel-PS operiert.

Andererseits kann der Q2 neben auffälliger Formensprache einiges an frischer Technik anwenden, etwa LED-Scheinwerfer, Abstandsregeltempomat und Spurhalteassistent. Und Alcantara-Sitzbezüge sind auch nicht zu verachten. Wer es bescheidener mag, kann aber durchaus sparen: Audi bietet den Q2 in der Liste ab 25.500 Euro (116-PS-Benziner, Basis-ausstattung an), über spezielle Finanzierzungsinstrumente senkt sich die Hürde der Anschaffung auf 24.000 Euro herab.


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