Roms Nahverkehrsgesellschaft zu Millionenstrafe verurteilt

Rom (APA) - Die römischen Verkehrsbetriebe sind seit Jahren wegen Ineffizienz, Korruption und Freunderlwirtschaft verschrien. Jetzt ist das ...

Rom (APA) - Die römischen Verkehrsbetriebe sind seit Jahren wegen Ineffizienz, Korruption und Freunderlwirtschaft verschrien. Jetzt ist das Unternehmen zur Zahlung einer Geldstrafe von 3,6 Millionen Euro verurteilt worden, weil seit 2010 zu viele lokale Züge gestrichen wurden. Die Strafe wurde vom Regulator verhängt.

Bei den lokalen Zügen würden immer wieder Verbindungen ausfallen. Dadurch entstehe ein großer Schaden für Pendler. Da die ATAC-Gesellschaft schwer verschuldet ist, sei die Entschädigung niedriger ausgefallen, als ursprünglich vorgesehen, teilte der Regulator mit.

Die Strafe ist eine Hiobsbotschaft für die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi. Vor zwei Wochen war ATAC-Direktor Bruno Rota, den Raggi erst im April eingesetzt hatte, um die Nahverkehrsgesellschaft zu sanieren, zurückgetreten. Er warnte, dass die Lage im Unternehmen mit über 11.000 Bediensteten katastrophal sei. Die Gesellschaft stehe vor dem Kollaps und sei ohne Zuschüsse der Stadt nicht mehr in der Lage, die Gehälter zu zahlen. Außerdem kritisierte Rota eine miserable Arbeitsmoral der Bediensteten. Viele von ihnen würden der Arbeit fernbleiben und sich nicht an die Stempelpflicht halten, mit der die Anwesenheit kontrolliert werden soll. Die Gewerkschaften klagten über die harten Schichten, doch viele Mitarbeiter seien nur einen Teil der vorgesehenen Zeit tatsächlich im Dienst. Rota wurde vergangene Woche durch einen neuen Manager ersetzt.

Die Radikale Partei hat nun 33.000 Unterschriften für ein beratendes Referendum gesammelt, mit dem die Römer über die ATAC-Privatisierung abstimmen sollen. Das Referendum könnte noch bis Jahresende stattfinden. Mit der Privatisierung hoffen die Initiatoren des Referendums, mehr Effizienz in Roms öffentlichem Verkehrssystem zu sichern. Bürgermeisterin Raggi wehrt sich gegen die Privatisierung.


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