Wütende Proteste von Anhängern der Opposition in Kenia

Nairobi (APA/AFP/Reuters) - Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in Kenia ist es zu Ausschreitungen und Plünderungen gekommen. In den Hochbu...

Nairobi (APA/AFP/Reuters) - Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in Kenia ist es zu Ausschreitungen und Plünderungen gekommen. In den Hochburgen der Opposition entlud sich der Zorn. In Kibera, einem Slum der Hauptstadt Nairobi, plünderten Demonstranten Geschäfte und zündeten sie an, wie ein AFP-Korrespondent berichtete.

In Kisumu im Westen des Landes schoss die Polizei unmittelbar nach Verkündung des Ergebnisses in die Luft, um Demonstranten auseinanderzutreiben. Auch Tränengas wurde eingesetzt, berichteten Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Anschluss an die Verkündung seines Wahlsiegs rief der amtierende Präsident Uhuru Kenyatta die Opposition am Abend zu Versöhnung auf. „Wir sind keine Feinde, wir sind alle Bürger der gleichen Republik“, sagte er. „Lasst uns friedlich bleiben, es gibt keinen Grund für Gewalt.“ Er strebe eine Zusammenarbeit an, „so dass wir diese Nation gemeinsam aufbauen können“.

Die Opposition hatte die Veranstaltung der Wahlkommission zur Bekanntgabe des Ergebnisses boykottiert. Der Oppositionspolitiker James Orengo vom Parteienbündnis Nasa bezeichnete die Stimmenauszählung als „Farce“ und „Disaster“. Er warf der Wahlkommission vor, sich Gesprächen über die Einwände der Opposition zu verweigern.

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Orengo machte klar, dass sich die Opposition auch von einer juristischen Anfechtung des Ergebnisses vor Gericht nicht viel verspreche. „Der Gang vors Gericht ist für uns keine Alternative“, sagte er. „Wir waren dort bereits.“

Bereits am Donnerstag hatte das Oppositionsbündnis erklärt, das es seinen Kandidaten Raila Odinga als Sieger der Wahl ansehe. Odinga warf der Regierung Wahlbetrug vor und sprach von kriminellen Hackerangriffen auf die Wahlcomputer.

Der 55-jährige Kenyatta und Ex-Regierungschef Odinga sind seit langem verfeindet. Der 72-jährige Oppositionsführer, der zum vierten Mal als Kandidat für die Präsidentschaft antrat, hatte schon bei vorherigen Wahlen den Sieg vergeblich für sich reklamiert. Vor zehn Jahren war Kenia nach einem knappen Wahlausgang durch blutige Unruhen mit mehr als 1.100 Toten erschüttert worden.


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