Motorrad: 159 Kameras und Hunderte Mikrofone bringen MotoGP ins TV

Spielberg (APA) - 159 Kameras und Hunderte Mikrofone sorgen am Red Bull Ring in Spielberg dafür, dass die MotoGP in die ganze Welt hinausget...

Spielberg (APA) - 159 Kameras und Hunderte Mikrofone sorgen am Red Bull Ring in Spielberg dafür, dass die MotoGP in die ganze Welt hinausgetragen wird. Die Dorna als Rechteinhaber überträgt das internationale Signal in 107 Länder. Der Tross besteht aus 188 Lkw, die während der Saison in Europa zum Einsatz kommen und rund 15.000 Kilometer zurücklegen. Highlight der Dorna ist die Entwicklung der On-Board-Kameras.

Der sogenannte International Programme Feed (IPF) wird großteils in einem riesigen Anhänger von rund zehn Mitarbeitern - darunter der Regisseur - zusammengestellt. In dieser Zentrale mit 20 kleinen und sechs großen Monitoren laufen die Signale der Kameras zusammen: etwa eines vom Helikopter, drei aus der Boxengasse, eine vom Fahrerlager, zwei Highspeed-Kameras und 111 On-Board-Kameras von den Motorrädern der Fahrer. Mit 85 sind die meisten On-Board-Kameras bei der MotoGP installiert, 16 sind es etwa bei der Moto2. 24 Kameras sind am Ring postiert, darunter welche mit Kran, andere etwa im Boden.

Beim IPF stellen zwei Direktoren das Programm zusammen, sie werden von mehreren Kollegen, die nur für die Wiederholungen zuständig sind unterstützt, sowie von einem Mitarbeiter, der sich allein um die On-Board-Kameras kümmert. Hinzu kommen noch Journalisten, die den Verlauf des Rennens und die Rahmenbedingungen, zum Beispiel aufkommender Regen, verfolgen. Weiters sitzen in der Zentrale auch Grafiker, die Einblendungen gestalten - etwa die Winkelangaben bei den Schräglagen der Fahrer.

Die Herausforderung im Gegensatz zu einem Fußballspiel bestehe darin, dass der Ring eine weit größere Fläche hat und zeitgleich überall etwas passiert, sagte Sergi Sendra Vives, der TV-Direktor der Dorna. Neben dem IPF vor Ort an der Rennstrecke sind auch noch Mitarbeiter der Dorna in Barcelona im Einsatz und kümmern sich von dort aus zum Beispiel um die Helligkeit des Bildes.

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In einem eigenen Container ist die Audio-Abteilung untergebracht: Hunderte Regler und Knöpfe zur Bedienung von 100 Mikrofonen an der Strecke sowie 400 weiteren - etwa an den Motorrädern. Seit wenigen Jahren läuft Audio nicht mehr analog, was Erleichterungen mit sich gebracht habe, schilderte Sendra Vives.

Die Audio-Signale laufen nicht mehr per Kabel zusammen, sondern via Bluetooth. Dennoch sei die Verknüpfung des Bildes mit dem passenden Audio eine große Herausforderung. Neuestes Feature sind Mikrofone in den Knie- und Ellbogenschützern, die das Schleifen am Asphalt aufzeichnen.

Die gesamte Logistik der Dorna wird in den 188 Lkw innerhalb Europas abgewickelt. Der Tross fährt von Ring zu Ring. Geht es nach Übersee werden allein für die Dorna vier Boeing 747 beladen. Hinzu kommen auch noch die einzelnen TV-Stationen wie etwa Sky, Eurosport oder Servus TV, die noch mit eigenen Kameras arbeiten, ihre eigenen Container bekommen und zusätzliche Übertragungen in Ergänzung zum internationalen Signal leisten. Das gesamte MotoGP-Paddock besteht laut Sendra Vives aus rund 4.100 Personen, knapp 1.700 Leute zählen zu den Teams und mehr als 500 zum Medien-Tross.


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