Wiesenthal-Zentrum verurteilt Gewalt in Charlottesville

Charlottesville (Virginia) (APA/dpa) - Das Wiesenthal-Zentrum und der Jüdische Weltkongress (WJC) haben die tödliche Gewalt bei einer Kundge...

Charlottesville (Virginia) (APA/dpa) - Das Wiesenthal-Zentrum und der Jüdische Weltkongress (WJC) haben die tödliche Gewalt bei einer Kundgebung von Rechtsextremisten in Charlottesville (US-Staat Virginia) verurteilt. Eine 32-jährige Frau war gestorben, als ein Fahrzeug vermutlich absichtlich in eine Gruppe von Gegendemonstranten raste und an einer Kreuzung zwei Autos rammte. Dutzende von Menschen wurden verletzt.

„Diese mörderische Attacke erinnert an Auto-Anschläge in Israel und Europa, die von Terroristen mit Verbindungen zum Islamischen Staat und Hamas verübt werden“, hieß es in der am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme des Wiesenthal-Zentrums. Die Attacke in Charlottesville sollte „als gezielter Akt des inländischen Terrorismus“ eingestuft werden, hieß es in der Erklärung weiter.

Der Präsident des jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald S. Lauder, verurteilte in einer Aussendung die „unvorstellbare Gewalt“. „Es ist zutiefst erschütternd und widerlich, dass solcher Hass und Engstirnigkeit immer noch in Teilen unseres Landes so verbreitet sind“, sagte er.

Das 1977 gegründete Wiesenthal-Zentrum mit Hauptsitz in Los Angeles ist mit der weltweiten Suche nach untergetauchten Nazi-Verbrechern bekannt geworden. Es bemüht sich aber auch um die Förderung von Toleranz und kämpft in aller Welt gegen Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus und Völkermord.

Das Zentrum rief US-Spitzenpolitiker, allen voran Präsident Donald Trump, dazu auf, „die extreme Alt-Right-Bewegung und die weißen Nationalisten, die Hass, Misstrauen und Gewalt säen, eindeutig zu verurteilen“.

Trump hatte zwar die „ungeheuerliche Gewalt“ vom Samstag, „Hass und Vorurteile“ verurteilt, dabei aber die Kundgebung der Rechtsextremisten nicht direkt genannt. Stattdessen sprach er pauschal von „Gewalt von vielen Seiten“. US-Kommentatoren äußerten scharfe Kritik an der ihrer Ansicht nach laschen Reaktion des Präsidenten, dessen Wahl in rechtsextremen Kreisen bejubelt worden war.


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