Libyens Küstenwache wirft NGOs erneut Kooperation mit Schleppern vor

Tripolis (APA/dpa) - Nach der Drohung gegen humanitäre Schiffe vor der Küste Libyens hat die libysche Küstenwache ihren Vorwurf gegen einige...

Tripolis (APA/dpa) - Nach der Drohung gegen humanitäre Schiffe vor der Küste Libyens hat die libysche Küstenwache ihren Vorwurf gegen einige private Hilfsorganisationen bekräftigt, mit Schleppern zusammenzuarbeiten. „Wir haben keine Beweise. Aber es ist schon merkwürdig, dass keine Flüchtlingsboote unterwegs sind, wenn die libysche Küstenwache auf See ist, aber Schiffe dieser Organisationen in der Nähe sind“, sagte der Sprecher der libyschen Küstenwache, Ajub Kasim, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Anweisung an ausländische Schiffe, nicht in eine von Libyen erweiterte Such- und Rettungszone für die Boote mit Migranten einzudringen, stimme mit internationalem Recht überein. Berichten zufolge hatten die libyschen Behörden zuvor angekündigt, ihre Kontrolle um eine eigene Such- und Rettungszone auf internationale Gewässer ausweiten zu wollen. Diese Ankündigung verknüpften sie mit einer expliziten Drohung gegen die humanitären Schiffe.

Wegen der neuen Sicherheitsrisiken hatten einige Hilfsorganisationen ihre Missionen zur Rettung von Migranten unterbrochen. Nach der Ankündigung von Ärzte ohne Grenzen am Samstag zog die deutsche Organisation Sea Eye am Sonntag nach. In Italien wird gegen die deutsche Hilfsorganisation „Jugend Rettet“ wegen des Verdachts der Begünstigung zur illegalen Migration ermittelt. In den vergangenen Monaten waren immer wieder Vorwürfe gegen die privaten Retter laut geworden, mit Schleppern zu kooperieren. Dafür gab es aber keine Beweise.


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