Koreakrise - Stichwort: Austro-Außenhandel mit Südkorea

Wien/Seoul/Pjöngjang (APA) - Korea ist derzeit wegen des Atomstreits zwischen dem stalinistischen Nordkorea und US-Präsident Donald Trump gr...

Wien/Seoul/Pjöngjang (APA) - Korea ist derzeit wegen des Atomstreits zwischen dem stalinistischen Nordkorea und US-Präsident Donald Trump großes mediales Thema. Österreichs Außenhandel mit Südkorea hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Der Warenwert der Ausfuhren stieg vom Jahr 2000 bis zum Vorjahr von 269 Mio. Euro auf 851 Mio. Euro. Die Einfuhren kletterten von 363 Mio. auf 752 Mio. Euro.

Die neuesten Werte entsprachen damit laut Daten der Wirtschaftskammer jeweils genau 0,6 Prozent aller heimischen Aus- bzw. Einfuhren. Südkorea ist damit noch vor Indien drittwichtigster Handelspartner Österreichs in Asien hinter China und Japan. Die Außenhandelsbilanz mit Südkorea wandelte sich seit dem Jahr 2000 von einer negativen ab dem Jahr 2008 zu einer positiven.

Die fünf stärksten Exportgüter nach Seoul waren Straßenfahrzeuge (14,1 Prozent) gefolgt von Maschinen, Apparaten und Geräten (10 Prozent), Spezialmaschinen (8,5 Prozent), Fleisch und Fleischzubereitungen (6,9 Prozent) sowie Mess-, Prüf- und Kontrollinstrumente (6,5 Prozent).

Die Top-5-Importgüter aus Südkorea waren voriges Jahr Straßenfahrzeuge (30,4 Prozent), elektrische Maschinen und Apparate (18,6 Prozent), Geräte für die Nachrichtentechnik (13,6 Prozent), Spezialmaschinen (3,8 Prozent) sowie Maschinen, Apparate und Geräte (3,5 Prozent).

Das kommunistische Nordkorea ist hingegen abgeriegelt und international isoliert. Verlässliche Handelsdaten gibt es kaum.

Deutsche Unternehmen in Südkorea sind angesichts des Atomstreits zwischen dem kommunistischen Norden und den USA laut einem Bericht der deutschen Nachrichtenagentur dpa alarmiert, erwarten aber noch keine Folgen für ihre Geschäfte. „Notfallpläne haben vor allem diejenigen deutschen Unternehmen, die vor Ort produzieren, insbesondere aus den Branchen Chemie, Pharma und Automobilzulieferer“, sagte demnach Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). „Sie müssen sich ganz besonders absichern.“ Bisher habe man aber nicht erfahren, dass sich deutsche Firmen mit Investitionen zurückhalten wollten.

Ähnlich äußerte sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). „Deutsche Unternehmen behalten die Lage vor Ort genau im Auge, rechnen aber nicht mit konkreten Auswirkungen auf ihre Geschäfte.“

Die USA und Nordkorea hatten sich zuletzt einen Schlagabtausch geliefert. Trump hatte der Führung in Pjöngjang mit „Feuer, Wut und Macht“ gedroht. Zuvor war bekannt geworden, dass Nordkorea auf dem Weg zur vollwertigen Atommacht weitergekommen ist. Südkoreas Präsident Moon Jae In bezeichnete die Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel am Montag als „bedrohlicher denn je“.

Südkorea ist auch Deutschlands drittgrößter Exportmarkt in Asien. In das Land exportierte die Bundesrepublik 2016 Waren im Wert von gut 17 Mrd. Euro - vor allem Elektronik und Elektrotechnik, Autos und Maschinen. Damit stand Südkorea auf Rang 19 der wichtigsten Abnehmer deutscher Ausfuhren.


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