Zwischen neuen Gesichtern ist der Wurm drinnen

Nach den Turbulenzen im Vorfeld nominiert die VP ihre Kandidaten für die Nationalratswahl. Einzig die FPÖ hält am Spitzenkandidaten von 2013 fest.

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Innsbruck –Bis Freitag müssen die Landesvorschläge der Parteien für die Nationalratswahl am 15. Oktober eingebracht werden, bis nächsten Montag können noch Korrekturen bei den Landes- und Bezirkslisten vorgenommen werden. Die Tiroler Volkspartei wird heute ihre Kandidaten zuerst in den Reihungskommissionen und dann im Landesparteivorstand absegnen. SPÖ, FPÖ, Grüne und NEOS haben ihre Listen bereits erstellt. Mit Ausnahme von NR Peter Wurm (FPÖ) präsentieren alle anderen Parteien neue Gesichter als Landesspitzenkandidaten.

Kira Grünberg führt als Quereinsteigerin die VP in die Wahl.
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Bei der ÖVP gab es im Vorfeld der heutigen Listenerstellung heftige Turbulenzen, drei Kandidatinnen des ABB – darunter LA Bettina Ellinger – verzichteten auf ein Antreten. Seit damals soll das Verhältnis zwischen ÖVP-Chef und LH Günther Platter und Arbeitnehmerchefin LR Beate Palfrader merklich abgekühlt sein. Spitzenkandidatin ist die Quereinsteigerin Kira Grünberg. Die ehemalige Leichtathletin ist seit einem Trainingsunfall vor zwei Jahren querschnittgelähmt. Hinter ihr rangieren Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl und ÖVP-Frauenvorsitzende NR Elisabeth Pfurtscheller auf der Landesliste.

Pfurtscheller dürfte auch Spitzenkandidatin im Wahlkreis Oberland werden, Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter führt die Liste im Unterland an, NR Hermann Gahr wohl jene im Wahlkreis Innsbruck-Land und Schwaz. Ab dem heutigen Tag beginnt jedoch das Vorzugsstimmenrennen, die Reihung – vor allem in den Wahlkreisen – kann am Wahltag noch auf den Kopf gestellt werden.

Die FPÖ setzt auf bewährte Kräfte: Hinter Peter Wurm geht NR Gerald Hauser in die Verlängerung und wohl auch NR Carmen Schimanek. Die FPÖ-Frauenchefin gilt gleichzeitig als Anwärterin auf ein Bundeslistenmandat.

Selma Yildirim führt die Tiroler SPÖ in die Nationalratswahl, der Wörgler Christian Kovacevic hofft auf das zweite Mandat. Er könnte auch aufrücken, sollte Yildirim zur Richterin am Bundesfinanzgericht ernannt werden. Der bisherige Nationalrat Max Unterrainer rennt im Wahlkreis Innsbruck Land/Schwaz um ein Direktmandat.

Bei den Grünen übernimmt NR Berivan Aslan die Führungsrolle, der Osttiroler Thomas Haidenberger ist die Nummer zwei auf der Landesliste.

Sieben Prozent peilen die NEOS in Tirol an, Dominik Oberhofer will deshalb ein Mandat für die Pinken in Tirol erzielen. Der frühere Haller Finanzstadtrat Johannes Margreiter hofft, dass er auf der NEOS-Bundesliste zum Zug kommt.

Dem neu gewählten Nationalrat werden definitiv Karlheinz Töchterle (VP), Hannes Rauch (VP), Georg Willi (Grüne) und Gisela Wurm (SPÖ) nicht mehr

angehören. (pn)

Bisherige Nationalräte

Ergebnis 2013 in Tirol: Die ÖVP erreichte 2013 in Tirol 32,3 Prozent (vier Mandate), die FPÖ 19,4 Prozent (zwei), die SPÖ 18,3 Prozent (zwei), die Grünen 15,2 Prozent (zwei) und NEOS 4,9 Prozent (kein Mandat).

ÖVP: Karlheinz Töchterle zog über die Landesliste ins Parlament ein, Josef Lettenbichler (Unterland), Hermann Gahr (Innsbruck Land und Schwaz) sowie Elisabeth Pfurtscheller (Oberland) konnten in ihren Wahlkreisen jeweils ein Direktmandat erreichen. Hannes Rauch hatte ein Bundeslistenmandat.

FPÖ: Peter Wurm erreichte im Wahlkreis Innsbruck Land/Schwaz ein Direktmandat, Gerald Hauser erhielt das Landeslistenmandat. Carmen Schimanek saß auf einem freiheitlichen Bundeslistenmandat.

SPÖ:

Gisela Wurm und Max Unterrainer konnten über die SPÖ-Landesliste in das Parlament einziehen.

Grüne: Die Grünen erreichten bei der Nationalratswahl 2013 zwei Landeslistenmandate für Georg Willi und Berivan Aslan. Sigrid Maurer hatte ein Bundesmandat.

Dominik Oberhofer hofft für NEOS auf ein Mandat in Tirol.
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Berivan Aslan rückt bei den Grünen an die erste Stelle.
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Selma Yildirim.
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