Zwölf Tote durch umstürzenden Baum bei Marienfest auf Madeira

Pilger und Schaulustige aus aller Welt begehen fröhlich das jährliche Volksfest „Senhora do Monte“ auf Madeira. Plötzlich stürzt eine jahrhundertealte Eiche auf die Menschenmenge. Es gibt zwölf Tote.

Der Baum kippte offenbar plötzlich mitsamt ihres Wurzelwerks um und traf mehrere Gläubige.
© APA/AFP/HELDER SANTOS

Funchal (Madeira) – Bei einer Marienprozession auf der Atlantikinsel Madeira sind am heutigen Dienstag zwölf Menschen durch einen umstürzenden Baum ums Leben gekommen. Das teilten die lokalen Behörden in Funchal mit. Unter den Verletzten seien auch Deutsche, Ungarn und Franzosen, hieß es. Die genaue Zahl der Opfer war lange unklar gewesen, der Zivilschutz hatte zunächst von zwei Toten gesprochen.

Beim Baum handelte es sich laut der Zeitung „Publico“ um eine 200 Jahre alte Eiche. Den Angaben zufolge war sie schon seit drei Jahren als gefährlich und umsturzgefährdet eingestuft worden. Die Eiche kippte offenbar plötzlich mitsamt ihres Wurzelwerks um und traf mehrere Gläubige, die in der Nähe an einem Verkaufsstand Kerzen kaufen wollten.

Dreitägige Trauer

Zahlreiche Helfer waren im Einsatz, darunter ein Einsatzteam von Ärzten, mehrere Krankenwagen und die Feuerwehr. Premierminister António Costa zeigte sich bestürzt und drückte den Angehörigen der Opfer im Kurznachrichtendienst Twitter sein tiefes Beileid aus. Das Fest wurde nach dem tragischen Vorfall abgebrochen. Die Regierung von Madeira rief eine dreitägige Trauer aus.

Das Unglück ereignete sich während des Festivals „Senhora do Monte“ (Fest der Herrin von Monte), dem größten und berühmtesten religiösen Festival auf der Insel. Es wird zu Ehren der Jungfrau von Monte, der Schutzheiligen der Hauptstadt Funchal, immer am 14. und 15. August abgehalten und lockt traditionell viele Besucher aus aller Welt nach Madeira. Die Straßen und die Wallfahrtskirche in den Bergen oberhalb von Funchal werden dabei aufwendig mit Blumen geschmückt, es gibt Musik und Stände sowie eine Prozession Tausender Pilger.

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In der Kirche von Monte liegt auch der letzte Kaiser von Österreich, Karl I. (1887-1922) begraben. Er war dort im Exil gestorben. Die römisch-katholische Kirche hatte den Habsburger im Jahr 2004 seliggesprochen. (APA/dpa)


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