Roman Polanski sieht sich neuen Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt

Eine Frau in Los Angeles bezichtigt den Regisseur, dass sie von ihm in den 1970-er Jahren als 16-Jährige sexuell missbraucht worden war.

"Robin" mit ihrer Anwältin Gloria Allred: Sie werfen Roman Polanski sexuellen Missbrauch vor.
© AFP

Los Angeles – Regisseur Roman Polanski sieht sich neuen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen ausgesetzt: Auf einer Pressekonferenz in Los Angeles warf eine Frau am Dienstag dem französisch-polnischen Filmemacher vor, sie 1973 als 16-Jährige missbraucht zu haben. Über Details wollte sich die Frau, die von ihrer Anwältin als „Robin“ vorgestellt wurde, nicht äußern.

Weil die Verjährungsfrist bereits abgelaufen sei, sei keine Klage vorgesehen, sagte Robins Anwältin Gloria Allred. Doch sei ihre Mandantin zu einer Aussage unter Eid bereit, sollte es jemals einen Strafprozess gegen Polanski geben.

Flucht nach Missbrauchsverhandlung

Polanski, der am Freitag 84 Jahre alt wird, hatte 1977 den Missbrauch der damals 13-jährigen Samantha Geimer zugegeben. Weil ihm ein schärferes Urteil drohte als im Rahmen eines Deals mit der Staatsanwaltschaft vereinbart, floh er kurz vor der Urteilsverkündung nach Europa und kehrte seitdem nicht mehr in die USA zurück. Das Verfahren gegen ihn wurde bis heute nicht eingestellt, trotz der ausdrücklichen Bitte des Missbrauchsopfers, den Fall nach 40 Jahren endlich ad acta zu legen.

Dass Geimer im Juni vor Gericht selbst um Einstellung des Verfahrens gebeten habe, habe sie „wütend gemacht“, sagte Robin. Sie breche nun ihr Schweigen, „damit Samantha und die Welt wissen, dass sie nicht das einzige minderjährige Opfer von Roman Polanski“ sei. „Ich bin immer noch nicht darüber hinweg“, fügte sie hinzu. Der Regisseur müsse für sein „kriminelles Verhalten gegenüber Samantha Geimer“ zur Rechenschaft gezogen werden. Polanskis Anwalt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. (APA/AFP)

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