Ermittlungen zu Anschlag auf BVB-Bus kurz vor Abschluss

Die Staatsanwaltschaft Dortmund will die Ermittlungen noch im August beenden. Der mutmaßliche Attentäter streitet die Tat nach wie vor ab.

Am 11. April explodierten drei Sprengsätze neben dem BVB-Bus.
© APA/dpa/Bernd Thissen

Berlin – Im Fall des Anschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am 11. April stehen die Ermittlungen offenbar kurz vor dem Abschluss. Die Staatsanwaltschaft Dortmund werde die Ermittlungen noch im August beenden, schrieb die Zeitung Welt (Donnerstagsausgabe). Die Ermittler hätten keinen Zweifel mehr, dass die Beweislage ausreiche, um eine Anklage gegen den mutmaßlichen Attentäter zu erheben.

„Im Falle einer Anklageerhebung wegen eines versuchten Tötungsdelikts wäre das Landgericht-Schwurgericht-Dortmund für die Durchführung der Hauptverhandlung zuständig“, sagte Oberstaatsanwalt Carsten Dombert der Zeitung. 67 Aktenordner liegen Dombert demnach zu dem Fall vor.

„Es wurde insbesondere ermittelt, wie und woher möglicherweise die Sprengmittel gekommen sind, die beim Attentat verwendet wurden“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund der Zeitung. In diese Richtung seien akribische Untersuchungen angestellt worden – auch im Ausland.

28-jähriger Deutschrusse streitet Tat ab

Der mutmaßliche Attentäter Sergej W. soll die Tat nach wie vor abstreiten. Der 28 Jahre alte Deutschrusse sitze derzeit in Untersuchungshaft, da weiterhin ein dringender Tatverdacht bestehe. „Eine detaillierte Einlassung des Beschuldigten zum Tatvorwurf liegt bisher nicht vor“, sagte Dombert der Zeitung.

Der Verdächtige sei in Verhören schweigsam gewesen, hieß es aus Ermittlerkreisen. Reinhard Treimer, der Verteidiger des mutmaßlichen Attentäters, erklärte auf Nachfrage der Zeitung, dass er sich derzeit nicht zu dem Fall äußern werde.

Bei dem Anschlag waren drei mit Metallstiften gefüllte Sprengsätze in unmittelbarer Nähe des BVB-Mannschaftsbusses explodiert, als dieser gerade mit dem Team an Bord das Gelände des Mannschaftshotels in Dortmund verließ. Durch die Explosionen wurden BVB-Verteidiger Marc Bartra und ein Polizist verletzt. Als Tatmotiv wurde in Medienberichten von Habgier gesprochen. Der Verdächtige soll mit geliehenem Geld auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gewettet haben, berichtete der „Spiegel“ vor einigen Wochen. (APA/AFP)


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