Drogen am Dach: Sieben Jahre Haft

Um welche Mengen es mittlerweile am Tiroler Drogenmarkt geht, zeigte am Landesgericht ein Prozess gegen drei Marokkaner. So hatte einer von ...

Symbolfoto.
© Thomas Böhm

Um welche Mengen es mittlerweile am Tiroler Drogenmarkt geht, zeigte am Landesgericht ein Prozess gegen drei Marokkaner. So hatte einer von ihnen gestanden, dass er als Vorausfahrer eine Suchtgiftlieferung über 90 Kilogramm Cannabis sicher von Turin nach Tirol eskortiert hatte. Diesem Schmuggel folgten die nun anklagegegenständlichen Lieferungen. Geräumiges Versteck: die Dachbox eines Pkw. Im Februar endeten die Schmuggelfahrten mit Verhaftungen – Dutzende Kilogramm Cannabis waren bis dahin ins Land gekommen. In einer von ihnen benutzten Wohnung in Baumkirchen konnten noch 21.790 Euro sichergestellt werden. Im selben Ort konnte die Polizei auch 11,2 Kilo Cannabis bei den Bahngleisen sicherstellen. Neben Verkäufen an verdeckte Ermittler erleichterte das Geständnis des Vorausfahrers die Arbeit der Justiz. Dafür kam der Erstangeklagte mit vier Jahren Haft davon. Über den Zweitangeklagten ergingen sechs Jahre. Und der Drittangeklagte brachte es mit einer zusätzlichen Messerstecherei in einer Notschlafstelle auf sieben Jahre Gefängnis.

Verschmähte Liebe brachte im April einen Unterländer zum Wahnsinn. Es war auch zu bitter: „Ich war verliebt in sie und hab’ einen Thermenurlaub bezahlt. Gefahren ist sie dann aber mit einem anderen Typen!“, erklärte der 51-Jährige gestern am Landesgericht. Ein Besuch im Haus der Frau endete mit einer schwer beschädigten Wohnungstüre. Schon zuvor hatte der Gekränkte seinen Unmut per SMS damit unterstrichen, dass er der Frau und deren Liebhaber mit dem Umbringen gedroht hatte: „Ich habe einen mit sechs Schuss geladenen Revolver!“, stand da zu lesen. Gefährliche Drohung und Sachbeschädigung. 1800 Euro Geldstrafe ergingen als Zusatzstrafe zu einer ähnlichen Verurteilung am Bezirksgericht.

Eine im Bezirk Kufstein bereits Amtsbekannte hatte im Februar die Polizei erneut auf Trab gehalten. „Was wollt ihr meinen Ausweis sehen, wenn ihr mich eh kennt?“ Tritte und Schläge verletzten Polizisten bei der Festnahme. Das kam gestern teuer. 1200 Euro betrug die Strafe. Anwalt Hermann Rieder bekam für die Verletzten 4020 Euro zugesprochen. (fell)


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