Frequency - Rise Against: „Trump interessiert nur sein Bankkonto“

St. Pölten (APA) - Das bunt programmierte FM4 Frequency hat am Ende auch noch Platz für Polit-Punk: Rise Against waren am Freitag als letzte...

St. Pölten (APA) - Das bunt programmierte FM4 Frequency hat am Ende auch noch Platz für Polit-Punk: Rise Against waren am Freitag als letzte Band auf der Green Stage angesagt. Seit Gründung setzt sich die Formation aus Chicago kritisch mit der Umwelt auseinander. Die derzeitige politische Lage verblüfft die Musiker allerdings: „Das übersteigt längst meine Vorstellungskraft“, sagte Bassist Joe Principe.

„Man sollte denken, dass die Menschen aus der Vergangenheit lernen. Aber das ist nicht passiert“, betonte der Amerikaner im Gespräch mit der APA. „Es hätte ja auch niemand geglaubt, dass Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wird. Ich glaube ja, viele haben ihm aus Verzweiflung die Stimme gegeben. Vor allem die ältere Bevölkerung, die eher konservativ eingestellt ist, wollte etwas anderes. Speziell in Mittelamerika haben die Leute viel Geld verloren, besonders die Bauern. Sie dachten, ein Präsident, der kein Politiker ist, könnte die Antwort sein. Sie dachten, Trump wird es richten. Ich denke, viele bereuen ihre Wahl. Ich hoffe nur, er zerstört nicht zu viele Brücken, bis er wieder aus dem Amt ist.“

Rise Against, die Musiker sind Veganer bzw. Vegetarier, setzen sich für Tierrechte und Umweltanliegen ein. Da kommt das Gespräch sofort wieder auf Trump: „Man bekommt richtig Angst. Wir haben einen Präsidenten, der nicht an die Klimaerwärmung glaubt. Er kümmert sich nicht um Rechte der Tiere oder um die Umwelt. Das interessiert ihn nicht. Ihn interessiert nur das Geld in seiner Tasche und sein Bankkonto.“

Bei aller Kritik wollen Rise Against aber auch unterhalten: „Der Durchschnittsbesucher kommt zu Konzerten, um für ein paar Stunden aus der Realität zu entschwinden“, sagte Principe. „Sie verstehen Konzerte als Zwei-Stunden-Urlaub von allen Problemen. Bei uns gibt es Liebeslieder und solche Sachen, aber auch eben politische Lieder. Und ich hoffe, die Leute nehmen etwas mit, haben aber trotzdem eine tolle Zeit. Wir predigen ja gar nicht, wir wollen niemanden mit Ideologien füttern, sondern einfach nur die Fakten präsentieren. Es kann sich dann jeder seine Gedanken machen.“

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Drei Songs aus dem neuen Album „Wolves“ haben Rise Against nach St. Pölten mitgebracht. „Die Reaktionen auf die Songs waren bisher wirklich gut. Die Lieder fühlen sich so an, als ob wir sie schon immer spielen.“ Obwohl die Gruppe ein Genre bedient, in dem Veränderung und das Grenzenüberschreiten von vielen Fans als „Ausverkauf“ betrachtet wird, steckt in „Wolves“ mehr als nur Drei-Minuten-Kracher. „Ich fühle mich ja noch immer zu schnellem Punkrock hingezogen“, lachte der Bassist. „Aber wir haben noch so viele andere Einflüsse außerhalb dieses Genres. Das fördert die Kreativität.“

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)


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