Barcelona- Terror - 13 Tote - Verdächtiger in Haft

Barcelona (APA/dpa/Reuters) - Bei einem Terroranschlag mit einem Lieferwagen sind auf Barcelonas berühmter Flaniermeile La Rambla mindestens...

Barcelona (APA/dpa/Reuters) - Bei einem Terroranschlag mit einem Lieferwagen sind auf Barcelonas berühmter Flaniermeile La Rambla mindestens 13 Menschen getötet worden. Weitere 50 Menschen wurden verletzt, wie der katalanische Innenminister Joaquim Forn am Donnerstagabend mitteilte. Ein Verdächtiger wurde nach Polizeiangaben noch am Abend verhaftet.

Die Behörden bestätigten, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe. Demnach war ein Lieferwagen im Zentrum der Stadt in eine Menschenmenge gerast. Details zu den Hintergründen des Terrorakts waren zunächst unklar. Innenminister Forn sagte, zu dem Anschlag habe sich zunächst niemand bekannt.

Der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, kündigte eine Erklärung zu dem Terroranschlag an. Er werde am Donnerstag gegen 21.00 Uhr vor die Presse treten, hieß es.

Die auf jihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group berichtete, dass Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in sozialen Netzwerken den Anschlag ähnlich feierten wie seinerzeit die Attacke in Manchester. Sie veröffentlichten Fotos, frühere Warnungen und Lobeshymnen. Allerdings habe sich die IS-Terrormiliz bisher nicht offiziell bekannt. Die Ausführung aber erinnere an andere vom IS inspirierte Anschläge und Instruktionen.

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Bei dem Festgenommenen handelt es sich nach Medienberichten um einen Mann, der in einer Stadt nördlich von Barcelona gemeldet sei. Er komme aus Marseille und habe nordafrikanische Wurzeln, berichteten die katalanische Zeitung „La Vanguardia“ und das staatliche Fernsehen TVE unter Berufung auf Polizeikreise. Es werde nach zwei weiteren Verdächtigen gefahndet. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Der Zeitung „La Vanguardia“ zufolge wurde einer der Angriffer auf der Rambla bei einer Schießerei mit der Polizei getötet.

Fotos aus Barcelona zeigten Leichen am Straßenrand. Augenzeugen berichteten, das Fahrzeug sei mit hohem Tempo auf die Promenade im Zentrum der Stadt gefahren. Ein Tourist sagte, das Fahrzeug sei Zickzack gefahren, „um ein Maximum an Fußgängern zu erwischen“. Berichten zufolge liefen Menschen panisch über die Straßen.

Viele Menschen hätten geschrien und sich in Hauseingängen wie Geschäften in Sicherheit gebracht, berichteten Augenzeugen. Ein deutscher Tourist sagte, es sei wie in einer „Kriegszone“ gewesen. „Polizisten mit Maschinengewehren und Gewehren im Anschlag kamen in der Straße auf mich zugerannt.“ Der Verkehr im Zentrum der Stadt sei zusammengebrochen. Die Geschäfte auf der Flaniermeile hätten geschlossen und ihre Fensterläden heruntergelassen.

Augenzeugen sprachen im staatlichen spanischen Fernsehen von einem Einzeltäter, der Anfang 20 gewesen sein soll. Der weiße Lieferwagen sei ungebremst mit etwa 80 Stundenkilometern in die Menge gerast. Der Fahrer des Lieferwagens soll ein Mann von etwa 1,70 Meter Größe gewesen sein und ein weißes Hemd mit blauen Streifen getragen haben, wie die Zeitung „El Periodico de Catalunya“ berichtete. Ob es sich bei dem von der Polizei festgenommenen Mann um den Fahrer des Lieferwagens gehandelt habe, blieb zunächst offen.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und forderte die Bevölkerung auf, die Region zu meiden. Die betroffene Gegend wurde weiträumig abgesperrt. Zahlreiche Krankenwagen waren im Einsatz. Naheliegende U-Bahn-Stationen und andere öffentliche Verkehrsmittel seien geschlossen worden, hieß es. Ob auch Österreicher unter den Opfern sind war vorerst nicht bekannt.


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