Bitteres 0:1, weil Altach ein Vollstrecker fehlte

Viele Topchancen, aber kein Tor: Der SCR Altach musste sich im Play-off-Hinspiel zur Europa League Maccabi Tel-Aviv im Tivoli mit 0:1 beugen.

© gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck — Es war wie schon gegen Gent. Der Altacher Europacup-Auftritt nährte Tirols Hoffnungen, dass möglicherweise auch der FC Wacker Innsbruck irgendwann wieder einmal die internationale Fußball-Bühne betreten wird. Eben dies hat Wackers General Manager Alfred Hörtnagl unter dem Code „Mission 2020" als langfristige Zielsetzung ausgerufen. Mögen die schwarzgrünen Träume in Erfüllung gehen.

Zurück zu den Altachern, die am Donnerstag wieder für eine tolle Kulisse und tolle Stimmung im Tivoli sorgten. Man(n) wollte an das starke Bundesliga-Spiel gegen Salzburg anschließen. Die Nachwuchsteams der beiden Tiroler aus Weerberg (Hannes Aigner/am Donnerstag gesperrt) und Navis (Christian Gebauer/in der Startelf) fieberten auf den Rängen mit. Und sahen wie Gebauer in Minute vier aussichtsreich in die Schnittstelle lief, der israelische Vizemeister machte den Laden aber gekonnt dicht. Eine feine Einzelleistung von Speerspitze Nicolas Brice Moumi Ngamaleu wurde zur Beute von Gäste-Keeper Predrag Rajkovic (11.), die Hochkaräter blieben voerst aus. Und die Vorarlberger hatten Glück, dass ein Treffer von Maccabi Tel Aviv nach einer Ecke durch Eytan Tibio (17.) wohl zu Unrecht aberkannt wurde.

Das Publikum war dennoch in jedem Augenblick da, freute sich nach der ein oder anderen technischen Ungenauigkeit über einen Linksschuss von Gebauer (36.). Nur drei Minuten später hatte der 23-jährige Wipptaler die größte Chance aufs 1:0, geriet beim Schuss aber in Rücklage. Jan Zwischenbrugger und Andreas Lienhart klopften im Finish des ersten Durchgangs auch noch offensiv an. „Die stehen gut", zog Aigner im Altach-Polo Zwischenbilanz. Selbstredend, dass er lieber am Rasen gestanden wäre. Fortuna stand Altach nach Wiederanpfiff bei, dass der isländische Angreifer Vidar Orn Kjartansson alleine vor Goalie Kobras nicht Herr über das nasse Leder wurde. Nur eine Minute (50.) später vergab der auffällige Ngamaleu — lang wird der nicht mehr in Altach spielen — nach Nutz-Flanke volley die Führung.

Die mangelnde Chancenauswertung hatte schon beim 0:1 gegen Salzburg ordentlich aufs Gemüt von Coach Klaus Schmidt gedrückt. Sportdirektor Georg Zellhofer riss es wenig später vom Sitz als Nutz nach einem Gestocher nur die Querlatte traf (63.), nach einem Gebauer-Kopfball retteten die Israeli zudem auf der Linie (64.). Es war wie verhext. Und in all der Euphorie stürmten die Altacher ins Verderben, in einen tödlichen Konter, der das 0:1 (Kjartansson/67.) bedeutete. Das war ein brutaler Dämpfer. Die Ausgleichsbemühungen verpufften. Der Weg in die Gruppenphase wird im Rückspiel denkbar schwer.

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