US-Börsen

New York (APA) - Die US-Börsen haben den Handel am Donnerstag einheitlich deutlich im Minus beendet. Die Auflösung zweier Beratergremien dur...

New York (APA) - Die US-Börsen haben den Handel am Donnerstag einheitlich deutlich im Minus beendet. Die Auflösung zweier Beratergremien durch US-Präsident Donald Trump löste unter den Anlegern Zweifel an der Umsetzungskraft seiner Wachstums- und Steuerpläne aus und belastete die Kurse. Für zusätzliche Unsicherheit sorgte ein Anschlag in Barcelona, wo ein Lieferwagen in eine Menschengruppe gefahren ist, wodurch mindestens 13 Menschen getötet wurden.

Der Dow Jones gab deutliche 274,14 Einheiten oder 1,24 Prozent auf 21.750,73 Zähler ab. Der 500 ausgewählte US-Unternehmen fassende S&P-500 Index büßte 38,10 Punkte (minus 1,54 Prozent) auf 2.430,01 Zähler ein. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index verlor 123,20 Einheiten oder 1,94 Prozent auf 6.221,91 Zähler.

Nach harscher Kritik an seiner Haltung zur rechtsextremen Gewalt in Charlottesville hat Trump am gestrigen Mittwoch zwei Beraterkreise im Weißen Haus kurzerhand aufgelöst. Zuvor hatten sich einige namhafte Unternehmensbosse aus Protest an Trumps Äußerungen zu den Ausschreitungen aus den Gremien zurückgezogen. Die Hoffnung auf eine wirtschaftsfreundliche US-Politik sei damit ein Stück weit dahin, kommentierten die Experten der Commerzbank.

Belastet wurde die Stimmung an den Börsen zudem durch Insidermeldungen, dass auch der Präsidentenberater Gary Cohen aufgrund der umstrittenen Aussagen Trumps zu den Ereignissen in Charlottesville an einen Rücktritt denkt. Cohen gilt als heißer Kandidat für den Spitzenposten der US-Notenbank Fed. Ein Vertreter des Weißen Hauses, der namentlich nicht genannt werden wollte, betonte hingegen, Cohn werde auf seinem Posten bleiben.

Überwiegend erfreuliche Konjunkturdaten konnten das Sentiment nicht aufhellen. So hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im August weniger ein als erwartet. Ferner sanken die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlicher als prognostiziert. Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren für Juli kletterte zudem wie prognostiziert nach oben. Auch die Zahlen zur Industrieproduktion konnten keine positiven Impulse setzten, denn diese ist im Juli mit 0,2 Prozent zum Vormonat weniger stark gestiegen als erwartet.

Unternehmensseitig standen neue Quartalsbilanzen auf dem Programm. Der US-Netzwerkspezialist Cisco Systems muss wegen gesunkener Nachfrage nach Geräten für den Internet- und Datenverkehr deutliche Abstriche bei Gewinn und Erlösen machen. Im abgelaufenen Quartal sank der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert um 14 Prozent auf 2,4 Mrd. Dollar. Auch der Ausblick blieb eher trüb. Dass sich der Gewinn im Rahmen der Markterwartungen bewegte und die Erlöse sogar etwas höher als angenommen ausfielen, half den Aktien nicht, die Papiere hielten mit minus 4,02 Prozent zum Schluss die rote Laterne im Dow Jones.

Ebenfalls schwach präsentierten sich Wal-Mart-Titel mit minus 1,58 Prozent, obwohl der Einzelhandels-Riese dank gestiegener Kundenzahlen und eines florierenden Online-Geschäfts seinen Umsatz das dritte Jahr in Folge gesteigert hat. Die Erlöse in den seit mindestens einem Jahr geöffneten US-Filialen wuchsen im Quartal bis zum 31. Juli um 1,8 Prozent. Allerdings brach der Überschuss binnen Jahresfrist um 23 Prozent auf 2,9 Mrd. Dollar ein.

Die Aktien des chinesischen Onlinehändlers Alibaba gewannen dagegen nach Zahlen um 2,77 Prozent. Der größte Internet-Händler des Landes erwirtschaftete im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von umgerechnet 6,43 Mrd. Euro. Das ist über die Hälfte mehr als vor Jahresfrist und mehr als Analysten erwartet hatten.

~ ISIN US78378X1072 US6311011026 US2605661048 ~ APA548 2017-08-17/22:32


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