Dachgleiche am Stützpunkt der Lienzer Bergretter

Das neue Heim der Bergrettung in der Pfister soll nächsten Mai fertig sein. Zur Finanzierung planen die Helfer eine Bausteinaktion.

© Blassnig

Von Christoph Blassnig

Lienz –Der Neubau der Bergretter kommt voran. LHStv. Josef Geisler hat mit Vertretern von Tourismusverband und Gemeinden persönlich zur Firstfeier des neuen Bergrettungszentrums in der Pfister gratuliert. „Die gemeinsame Finanzierung von Land, TVB Osttirol und Gemeinden ist ein Signal der Wertschätzung“, meinte Geisler.

Die Kostenschätzung des Architekten liegt bei 580.000 Euro. 200.000 Euro beträgt der Beitrag des Landes, 50.000 Euro kommen vom TVB. Die fünfzehn Gemeinden des Planungsverbandes Lienzer Talboden und die Mitgliedsge- meinde St. Johann i. W. steuern weitere 240.000 Euro bei. „Die restlichen 90.000 Euro planen wir, in Eigenleistung zu erbringen“, berichten die Bergretter Martin Presslaber und Stefan Senfter. Neben Eigenmitteln überlegen die ehrenamtlichen Retter auch, eine Bausteinaktion einzusetzen.

„Unsere Grundidee ist, nach den Ausschreibungen eine Firma aus jeder Gemeinde unseres Einzugsgebiet zu beauftragen“, so Presslaber. Die Betriebe könnten an einer Stelle im fertigen Bergrettungsheim ihr Markenzeichen hinterlassen. Der Neubau als Gemeinschaftsprojekt aller Gemeinden würde so noch einmal deutlich sichtbar.

Das Gebäude in der Pfister ist nicht unterkellert. Ebenerdig werden hinter drei Segmenttoren die Einsatzfahrzeuge und Anhänger bereitstehen. Im hinteren Bereich ist ein Lagerraum für die Gerätschaften der Retter angelegt. Über eine Schmutzschleuse gelangt man zur Funkzentrale, von wo aus die Einsatzleitung durch große Fensterflächen Überblick über das Geschehen um den Stützpunkt haben wird und ungestört den Funkverkehr halten kann. Gegenüber liegt der Besprechungsraum für die Einsatzkoordinierung.

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„Im ersten Stock haben wir uns für einen großen Multifunktionsraum entschieden“, erklärt Stefan Senfter, der dem Bauausschuss des Vereines vorsteht. Hier werden die Retter geschult oder verpflegt werden. Eine mobile Kücheneinheit ist geplant. Derzeit zählt die Ortstelle der Bergrettung Lienz knapp hundert Mitglieder. In Schulungen sind bis zu sechzig Retter zeitgleich vor Ort. „Allein die Parkplatzsituation im Alpenvereinsgebäude in der Defreggerstraße war ein Grund für unseren jahrelangen Wunsch und das Ringen um einen geeigneten neuen Standort“, erklärt Senfter. Im Mai nächsten Jahres will man alle Arbeiten fertig gestellt haben und den Vollbetrieb aufnehmen. „Möglich wäre auch eine früherer Zeitpunkt“, sagt Martin Presslaber. „Doch weil wir nicht nur in allen Einsätzen, sondern auch bei der Errichtung unsere Heimes ehrenamtlich wirken, wollen wir unsere Mannschaft nicht durch Zeitdruck überfordern.“ Als Nächstes sorgt man beim Dolomitenmann mit dreißig Leuten für die Sicherheit der Extremsportler.

Landesleiter Hermann Spiegl lobte die Osttiroler Bergretter und bezeichnete sie „als den Ferrari im Landesverband: schnell, gut und impulsiv“.


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