Stichwort: Austerlitz-Format

Paris/Prag/Wien (APA) - Wenn der französische Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch Salzburg besucht, so handelt es sich um ein Treffen des ...

Paris/Prag/Wien (APA) - Wenn der französische Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch Salzburg besucht, so handelt es sich um ein Treffen des Austerlitz-Formats. Mit dem Ortsnamen verbindet Macron sicher einiges. Austerlitz steht nicht nur für die Schlacht Kaiser Napoleons am 2. Dezember 1805 über den österreichischen Kaiser Franz II. und den russischen Kaiser Alexander I.

Nach Austerlitz sind in Paris ein Bahnhof, eine Straße und eine Brücke benannt. Doch mit all dem hat das Austerlitz-Format nichts zu tun. Der Name dieser Gesprächsrunde der Regierungschefs von Österreich, Tschechien und der Slowakei geht vielmehr auf das erste Treffen zurück.

Ende Jänner 2015 hatte der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka seine Amtskollegen Robert Fico und Werner Faymann (SPÖ) nach Slavkov in Südmähren eingeladen. Slavkov - zu Deutsch Austerlitz - ist sein Heimatort. Ziel der Gruppe ist es, die Kooperation zwischen den drei Ländern zu verbessern.

In Austerlitz legten die drei Regierungschefs damals Kränze am Grabhügel für die Opfer der sogenannten Drei-Kaiser-Schlacht nieder. Sie sprachen außerdem über die Zusammenarbeit der drei Nachbarländer im Bereich Energiesicherheit und Verkehr, sowie Russland-Sanktionen. Und sie vereinbarten damals eine intensive Kommunikation und Meinungsaustausch sowie jährliche Treffen.

Das nächste Treffen im Austerlitz-Format fand allerdings fast zweieinhalb Jahre später statt. Am 22. Juni dieses Jahres traf Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) seine Amtskollegen Fico und Sobotka in Brünn, auf dem Weg zum EU-Gipfel in Brüssel. Fico lobte das Austerlitz-Format damals in höchsten Tönen. In solchen kleineren Gesprächsrunden könnten Fragen viel lösungsorientierter und effizienter behandelt werden als etwa bei einem EU-Gipfel. Seit 1. Juli hat Österreich den Vorsitz in der Gruppe.


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