Tote bei Erdbeben auf italienischer Urlaubsinsel Ischia

Rom (APA/dpa) - Ein Erdbeben hat die italienische Urlaubsinsel Ischia mitten in der Hochsaison erschüttert. Mindestens ein Mensch starb. Der...

Rom (APA/dpa) - Ein Erdbeben hat die italienische Urlaubsinsel Ischia mitten in der Hochsaison erschüttert. Mindestens ein Mensch starb. Der Erdstoß der Stärke 4,0 habe die Mittelmeerinsel vor Neapel am Montagabend gegen 21.00 Uhr getroffen, teilte die italienische Erdbebenwarte INGV mit. Eine Frau wurde von Teilen einer Kirche erschlagen.

Mindestens drei Menschen konnten lebend aus Trümmern gezogen werden, wie der Zivilschutz mitteilte. Nach Medienberichten wurde eine Familie mit sieben Personen verschüttet, die Retter suchten noch nach drei Kindern. Die Helfer hätten Kontakt zu den Kindern, sagte der Vizepräfekt von Neapel, Demetrio Martino, dem Sender Rai. Mehr als 20 Menschen sollen verletzt worden sein.

Besonders betroffen waren die Orte Casamicciola und Lacco Ameno. Auf Fotos waren eingestürzte Häuser und Menschen auf der Straße zu sehen. Touristen und Bewohner seien in Panik auf die Straße gelaufen, berichteten italienische Medien. Auch soll mancherorts der Strom ausgefallen sein und Hotels geräumt worden sein. Der Zivilschutz berief ein Sondertreffen ein. Ein Krankenhaus auf der Insel wurde evakuiert. Bewohner erzählten, sie würden die Nacht im Freien verbringen.

„Es hat alles angefangen zu wackeln, alles ist heruntergefallen (...). Häuser sind eingestürzt. Es gibt Vermisste, ein Chaos“, erzählte einer Augenzeugin laut Nachrichtenagentur ANSA. „Es ist das Schlimmste, was mir je passiert ist.“

Die Feuerwehr teilte mit, Gebäude seien eingestürzt und beschädigt worden. „Es war sehr stark und sehr furchterregend. Ich habe gehört, dass Menschen gestorben sind“, sagte die Gemeinderätin Donatella Migliaccio. Schiffe und Hubschrauber wurden bereitgestellt, um Verletzte ans Festland zu bringen.

Die Insel mit vulkanischem Ursprung ist vor allem im Sommer sehr beliebt bei Urlaubern. Sie liegt in der Nähe der Phlegräischen Felder, die zu den weltweit wenigen Dutzend sogenannten Supervulkanen zählen. Im Jahr 1883 kamen bei einem Beben auf Ischia rund 2.300 Menschen ums Leben.

Italien wird immer wieder von teils verheerenden Erdbeben heimgesucht. Vor fast genau einem Jahr, am 24. August, erschütterte ein schweres Beben die mittelitalienische Region um die Stadt Amatrice. 299 Menschen starben.