Diesel - Zypries blickt skeptisch auf Elektroantrieb

Berlin (APA/Reuters/dpa) - Die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat für die neuesten Generationen von Diesel-Motoren als umwe...

Berlin (APA/Reuters/dpa) - Die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat für die neuesten Generationen von Diesel-Motoren als umweltschonende Technologie geworben. „Man sollte den Diesel nicht unterbewerten oder verteufeln, das ist ein guter Motor“, sagte Zypries am Samstag beim Tag der offenen Tür der Bundespressekonferenz in Berlin.

Der Dieselmotor sei „ein bisschen in Generalverschiss geraten, aber das ist nicht richtig“, so Zypries. Sie verwies auf die Technik AdBlue zur Abgasreinigung bei Diesel-Motoren, bei der mit Hilfe eines Harnstoffgemischs der Ausstoß von gesundheitsschädlichen Stickoxiden reduziert wird. Der Diesel habe zudem ohnehin einen geringen Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids, so die Ministerin. Auf der Suche nach neuen Antrieben gehe es nicht allein um Elektromotoren, sondern neben dem Diesel auch um chemische Treibstoffe, Gas oder Wasserstoff.

„Mit Elektro tun wir uns keinen großen Gefallen“, warnte Zypries. Das erste Problem dabei sei, dass derzeit keine Batteriezellen in Deutschland hergestellt werden könnten. Zum zweiten stelle sich die Frage, wie Altbatterien entsorgt werden könnten, wenn diese nach etwa sechs Jahren nicht mehr richtig funktionsfähig seien. Dem Elektromotor als einer Alternative zum Verbrennungsmotor erteilte Zypries aber keine grundsätzliche Absage.

Eine womöglich im Herbst in der Europäischen Union konkret diskutierte Quote für Elektro-Autos dürfe für Deutschland „nicht allzu hoch“ sein, damit die Autohersteller auch die Möglichkeit hätten, darauf zu reagieren. Von dem Ansatz anderer EU-Länder, Jahreszahlen bis zum Verbot von Verbrennungsmotoren zu nennen, halte sie nicht viel, sagte Zypries. Man müsse sicherstellen, dass eine solche Frist auch eingehalten werden könne. Dies müsse im Gespräch mit der Automobilindustrie entwickelt werden.

Auf die Frage, ob für die SPD mit den Grünen nach der Bundestagswahl eine Koalition zu machen sei, wenn diese die Neuzulassung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab 2030 verbieten wollten, antwortete Zypries: „Das Wesen von Koalitionsverhandlungen ist, dass man Positionen räumt, die man im Wahlkampf gehabt hat. Insofern glaube ich, dass wir noch alle Chancen haben, da auch mit den Grünen überein zu kommen.“