Neue Oberstufe: Das Semester rückt in den Vordergrund

Wien (APA) - Bei der Umstellung auf die neue Oberstufe (NOST) rückt vor allem das einzelne Semester als „Maßeinheit“ in den Mittelpunkt. And...

Wien (APA) - Bei der Umstellung auf die neue Oberstufe (NOST) rückt vor allem das einzelne Semester als „Maßeinheit“ in den Mittelpunkt. Anders als derzeit muss nicht das Schuljahr insgesamt positiv abgeschlossen werden, sondern jedes Semester. Umgekehrt bleiben positive Teilleistungen auch bei einem Gesamt-Fünfer erhalten, bis zu zwei negative Semestermodule können in die nächste Klasse mitgenommen werden.

Die NOST sollte ursprünglich spätestens 2017/18 an allen mindestens dreijährigen Oberstufenformen ab der 10. Schulstufe (6. Klasse AHS bzw. zweiter Jahrgang oder zweite Klasse an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen bzw. land- und forstwirtschaftlichen Schulen) starten. Der Start darf aber um bis zu zwei Jahre verschoben werden - wovon mehr als 90 Prozent der AHS und die Hälfte der BMHS Gebrauch machten.

Mit der Reform sollen die Schüler einerseits auf die Semestergliederung an den Unis vorbereitet und andererseits deren Eigenverantwortung gestärkt werden. Außerdem soll das „Nachlernen nach Ostern“, also die Last-Minute-Anstrengungen im zweiten Semester zur Erreichung einer positiven Jahresnote, unterbunden werden.

Grundidee der NOST ist eine sogenannte Semestrierung des Lernstoffs: Dieser wird in je ein Semester umfassende Module unterteilt. Somit müssen sowohl im ersten als auch im zweiten Semester alle Fächer positiv abgeschlossen werden. Betroffene Schüler erhalten einen Lehrer als individuellen Lernbegleiter, der diese unterstützen soll.

Ein Fünfer in einem Modul kann durch eine sogenannte Semesterprüfung ausgebessert werden. Gleichzeitig gehen in einem Semester erbrachte positive Teilleistungen nicht „verloren“. Die Semesterprüfung umfasst nur jenen Teil des Stoffs, der nicht beherrscht wurde. Sie kann insgesamt zweimal wiederholt werden.

In die nächste Klasse aufsteigen darf der Schüler auch mit höchstens zwei negativen Modulen in den Semesterzeugnissen. Diese müssen dann aber vor dem Maturaantritt nachgeholt werden. Einmal im Verlauf der Oberstufe ist ein Aufsteigen mit drei „Nicht genügend“ bzw. Nichtbeurteilungen in die nächste Schulstufe möglich, sofern die Klassenkonferenz dies beschließt. Bei Klassenwiederholungen bleiben positiv erbrachte Leistungen erhalten.

Am anderen Ende des Leistungsspektrums können Schüler auch einzelne Gegenstände durch das Ablegen von Semesterprüfungen vorziehen und dann überspringen. In diesen können sie dann auch früher zur Matura antreten.