Bezirk Imst

Ötztal bemüht sich um barrierefreie Erlebnisse

© Ötztal Tourismus / Anton Klocker

Die Initiative „Rollstuhlfreundliches Längenfeld“ ist ein erster Schritt für das gesamte Tal. Ein Jahr lang wurden die Möglichkeiten erhoben.

Längenfeld –„Menschen mit Behinderung fahren an keinen Ort, an dem sie nicht zurechtkommen. Deshalb müssen wir diesen Gästen zeigen, welche optimalen Möglichkeiten sie im Ötztal vorfinden“, weiß Rainer Lange. Bereits im Jahr 2003 hat der Längenfelder Vermieter beim Bau seines Appartementhauses zwei rollstuhlgerechte Wohnungen im Erdgeschoß berücksichtigt. Diese Anregung holte sich der gebürtige Deutsche in seiner Heimatstadt Wuppertal. Und zwar vom dortigen Behindertenbeauftragten.

Die Initiative Langes ging nicht spurlos am Ötztal Tourismus vorbei: „Uns ist aufgefallen, dass immer mehr Urlauber mit Rollstuhl nach Längenfeld kommen. Durch das breite Längenfelder Talbecken verfügen wir über ideale Voraussetzungen, diese mobilen und reisefreudigen Menschen anzusprechen“, meint etwa der stellvertretende Tourismus-Direktor Ewald Schmid.

Inzwischen rief der TVB das Projekt „Rollstuhlfreundliches Längenfeld“ ins Leben. Vor einem Jahr begannen Vorerhebungen und Checks, um einen Überblick über geeignete Unterkünfte, Gastronomiebetriebe und Ausflugsziele zu gewinnen. „Der Gutachter kommt dabei direkt ins Haus und der Vermieter erhält anschließend einen Beratungsbericht, der auch Anregungen und Verbesserungsvorschläge enthält“, so Nicole Krismer-Stern vom Büro für Projekt- und Regionalentwicklung. Sie plädiert dafür, die Barrierefreiheit bei geplanten Bauvorhaben bzw. Umbauten immer mitzubedenken.

„Es geht nicht nur um Rollstuhlfahrer, sondern auch um andere Personengruppen wie mobilitätseingeschränkte Menschen oder Urlauber mit besonderen Bedürfnissen wie Familien mit Kinderwagen“, führt Krismer-Stern aus.

Der aktuelle Status quo liegt nunmehr in Form einer Broschüre bzw. online vor und informiert über Unterkünfte, Gastronomiebetriebe, Behindertenparkplätze, Freizeitaktivitäten und Anreisemöglichkeiten.

Rainer Lange betont: „Die Urlauber sind untereinander sehr gut vernetzt. Ich bekomme die Buchungen meist über Empfehlung“, so Rainer Lange. Er sieht großes Potenzial: „Allein im deutschsprachigen Raum gibt es über eine Million aktive Rollstuhlfahrer.“ Zudem weist das Ötztal beste Voraussetzungen auf: von organisierten Ausflügen mit dem Hüttentaxi zu Almen bis hin zu eigenständigen Besuchen von Gaislachkogl, Top Mountain Crosspoint und Area 47. „Meine Gäste schätzen die Viefalt des Ötztals und die Freiheit, daraus zu wählen. Im flachen Längenfelder Talbecken können sie sich problemlos fortbewegen“, ergänzt der Vermieter.

Schritt für Schritt soll dieses Projekt wachsen und auf weitere Orte im Tal ausgeweitet werden, so Schmid. (TT)