Schulz weist Spekulationen über neue Große Koalition zurück

Berlin (APA/AFP/dpa) - SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hat Spekulationen zurückgewiesen, die deutschen Sozialdemokraten seien zu einer Neu...

Berlin (APA/AFP/dpa) - SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hat Spekulationen zurückgewiesen, die deutschen Sozialdemokraten seien zu einer Neuauflage der Großen Koalition als Juniorpartner von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bereit. „Ich strebe an, Bundeskanzler zu werden“, hob Schulz am Montag vor Journalisten in Berlin hervor. „Und wenn Frau Merkel in mein Kabinett eintreten will, kann sie das gerne tun.“

„Wer Merkel ablösen will, der muss Schulz wählen, der muss die SPD wählen. Das ist völlig klar.“ Schulz bekräftigte die vier „Kernversprechen“, die er am Sonntag per Videobotschaft an seine Wähler übermittelt hatte: Chancengleichheit in der Bildung, gleiche Löhnen für Männer und Frauen sowie gerechte Bezahlung besonders in sozialen Berufen, gerechte Pensionen und das Bekenntnis zu einem demokratischen Europa. „Ohne diese vier Punkte kann mit uns niemand Verhandlungen über die Bildung einer Regierung aufnehmen“, stellte der SPD-Chef Bedingungen für eine künftige Koalition.

Was für eine Koalition dies sein könne, dazu legte sich Schulz erneut nicht fest. „Ich rede über Inhalte“, sagte der Kanzlerkandidat. Damit wolle er „die SPD so stark wie möglich machen“. Über alles andere werde nach der Wahl entschieden. Schulz äußerte sich zuversichtlich, dass es dann „eine Prozession“ möglicher Koalitionspartner in Richtung SPD-Parteizentrale geben werde.

Er schaue nicht auf Meinungsumfragen. „Meinetwegen können sie Meinungsumfragen veröffentlichen so viel wie sie wollen und Plätzchenbacken mit Mutti auf die erste Seite setzen. Ist mir alles egal. Ich kämpfe für meine Überzeugungen“, sagte Schulz. Die SPD liegt in Umfragen zwischen 21 und 25 Prozent. Schulz hätte damit keine realistische Chance, Kanzler zu werden.

Denn sowohl ein Ampelbündnis mit FDP und Grünen als auch eine rot-rot-grüne Koalition mit Linken und Grünen sind derzeit weit von einer Mehrheit entfernt.


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