Hinein ins unbekannte Öxltal
Eine schöne Mountainbike-Runde führt in das unbekannte Öxltal am Eingang des Zillertals. Dass dabei rund 1200 Höhenmeter bewältigt werden, fällt kaum auf.
Von Irene Rapp
Schwaz – Ich gestehe: Das Öxltal – ein kleines Hochtal quasi zwischen Inntal und Zillertal – war mir bis vor Kurzem nicht bekannt. Vergangenen Samstag ging es jedoch im Rahmen einer Mountainbike-Tour in das idyllische Tal, in welchem bereits im Mittelalter Eisenerz abgebaut worden ist.
Als Ausgangspunkt wählten wir Schwaz, die Runde führte zunächst nach Rotholz, von dort hinauf nach Schlitterberg und dann bis fast an das Ende des Öxltales. Dass bis dahin schon rund 1000 Höhenmeter zu bewältigen sind, fällt so gut wie nie auf: Es geht fast immer stetig steil bergauf, nur einige Male beträgt die Steigung rund 13 Prozent. Dafür gibt es viel zu sehen.
So kommt man hin: Ausgangspunkt für uns war das Silberbergwerk in Schwaz, weil ungefähr an diesem Punkt auch die Talabfahrt endet. Zunächst auf der wenig befahrenen Landstraße durch Buch, St. Margarethen, Maurach und Rotholz. Kurz vor dem Gasthaus Esterhammer in Rotholz rechts auf einer kleinen Asphaltstraße hinauf (Wegweiser Schlitterberg).
Gleich bei der nächsten Weggabelung links, noch an einigen Häusern vorbei und dann in den Wald. Kühl ist es hier, da nordseitig ausgerichtet, der Lärm von der Inntalautobahn ist noch gut zu hören. Recht steil geht es hinauf, man ignoriert alle Abzweigungen und bleibt auf der kleinen Straße. Wenn es ums Eck geht, ist man sozusagen ins Zillertal hinein abgebogen, immer wieder hat man Tiefblicke hinab in das Seitental des Inntals.
Man bleibt weiter auf der kleinen Straße und folgt immer der Beschilderung „Kaunz- alm“. Bei einer Weggabelung (rechts Fahrverbot) hält man sich links, nach wenigen Metern endet die Straße und man gelangt auf einen Forstweg (offizielle MB-Strecke).
Erstmals hört man nichts mehr vom Straßenverkehr, dafür den rauschenden Öxl- bach. Auf den ersten Minuten ist das Tal eng, der Bach rauscht tief unten in einer Schlucht hinab. Langsam wird es weiter, man befindet sich dann direkt neben dem Gewässer und wundert sich über die vielen gebauten Stufen, über die der Bach rinnt.
Recht gerade führt der Weg dahin, bis man eine kleine Brücke passiert, dann geht es in einer Links- und gleich darauffolgenden Rechtskurve weiter. Noch sind es rund einige Kilometer zur Kaunz- alm (1525 m) und eigentlich müsste man nicht so weit fahren, doch es lohnt sich: zum einen, weil das Almgebäude, das sich im Besitz der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz befindet, sehr urig ist (kein Gastbetrieb).
Zum anderen, weil das Ende des Öxltales interessante Ausblicke auf das Kellerjochmassiv von seiner weniger bekannten Seite gewährt. Nicht zu vergessen die Dreifaltigkeitskapelle vor der Alm, die 1994 errichtet worden ist und einen interessanten architektonischen Kontrast zum Almgebäude bildet. Weiter geht es, indem man wieder ein Stück auf dem bekannten Weg zurückfährt bis zu einer Abzweigung mit Schranken.
Hier kurz bergab und an einer Hütte vorbei, dann in einer Rechtskurve wieder steil bergauf. Nach wenigen Metern fährt man an der Figur eines Bären vorbei, den offensichtlich Bogenschützen aufgestellt haben.
Rund 200 Meter bergauf sind zu bewältigen. Weiter bergauf, eine Linkskurve ist noch zu machen und dann befindet man sich auf einem fast schon idyllischen Plätzchen: Neben einer Bank steht hier wieder eine riesige Bären-Figur aus Holz, daneben befindet sich die Lackenhütte (ja, es gibt davor wirklich eine Lacke). Und weil man sich am höchsten Punkt der Runde befindet (1634 m), ist man in diesem Moment richtig happy. Apropos Bär: Die riesige Figur aus Holz befindet sich im Besitz der Bundesforste und hat eine besondere Entstehungsgeschichte. „Angeblich soll hier einst Bär Bruno unterwegs gewesen sein, deswegen wurde im Auftrag der Bundesforste diese Figur gefertigt“, erzählt Markus Mayr von den Bundesforsten.
Für die Abfahrt (teils steil und auf einem etwas ruppigeren Forstweg) geht es an der Lackenhütte – mit vielen Geweihen an der Hauswand – vorbei hinab ins Tal. Bei zwei Weggabelungen hält man sich rechts und wenn sich der Wald öffnet, hat man immer wieder schöne Tiefblicke auf das Inntal mit Stift Georgenberg und Schloss Tratzberg.
Bei der nächsten Wegteilung in den Weg mit der Beschilderung „Koglmoos“. Weiter ins Tal geht es, indem man die asphaltierte Straße östlich von Koglmoos wählt. Zunächst zum Gallzeiner Weiler Hof (801 m), hier links halten. Immer Richtung Westen, bis man das Gemeindegebiet von Schwaz erreicht, in einer Siedlung (Ried-Lugglgasse) auf die Landesstraße hinab und links zum Ausgangspunkt retour.