Mayrhofen vs. Sennerei: Rechnung geht nicht ganz auf
Zwischen der Gemeinde Mayrhofen und der „ErlebnisSennerei“ ist ein Streit um die Abwasserrechnung entbrannt.
Von Angela Dähling
Mayrhofen –Wie viel muss die ErlebnisSennerei Zillertal für ihr schmutzfrachthaltiges Abwasser zahlen? Dazu haben die Sennerei und der Abwasserverband Achental-Inntal-Zillertal (AIZ) unterschiedliche Auffassungen. Und die Gemeinde Mayrhofen, die sich an den AIZ-Berechnungen orientiert, hat inzwischen offene Forderungen an den Großbetrieb, die sich auf rund 59.000 Euro belaufen.
„Wir versuchen seit drei Jahren, eine Lösung zu finden“, erklärt BM Monika Wechselberger. Vize-BM Franz Eberharter erläuterte das Thema bei der letzten Gemeinderatssitzung. „Im Jahre 2012 hat die Prüfanstalt eine Woche Abwassermessungen in der Sennerei durchgeführt. Diese Messungen wurden für die Abrechnung herangezogen.“ Gerechnet wurde seitens des AIZ mit einem Schlüssel von 3812 Einwohnergleichwerten. Die Sennerei war damit nicht einverstanden, sah sich zu hoch eingestuft und hat laut Wechselberger ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben. „Sie errechnet ihre Abwasserzahlungen mit Einwohnergleichwerten von 2809“, informierte Eberharter die Gemeinderäte. Inzwischen hat die Gemeinde einen Vorschlag ausgearbeitet, der der Sennerei 15.000 Euro ersparen würde. Ob das Ganze rechtlich hält, müsse abgeklärt werden, meint Eberharter.
„Die Sennerei muss als einziger Betrieb in Mayrhofen für Schmutzfracht zahlen. Das ist nicht nachvollziehbar“, sagt Wechselberger mit Verweis auf andere Firmen wie Malerbetriebe oder wo geschlachtet wird. Früher hätten sie Schmutzfracht zahlen müssen. Das Ganze sei eine komplexe und komplizierte Angelegenheit, bei der es auch um den anteilig durch Bürger und Betriebe zu zahlenden Schuldendienst der Gemeinde für die einstige Errichtung des Kanalsystems gehe.
„Es fehlt uns eine gescheite Verordnung als Basis für die Berechnung“, sagt Wechselberger. Das erschwere das Einklagen von Forderungen. In anderen Gemeinden tragen Wasseruhren zur fairen Abrechnung bei. In Mayrhofen wurde den Wasseruhren, die dazu führen dürften, dass der „normale“ Bürger weniger und einige Betriebe mehr für ihr Abwasser zahlen müssten, bisher eine Absage erteilt. „Die Sennerei ist für die Einführung der Wasseruhren, aber viele andere Betriebe sind es nicht“, weiß Wechselberger. Seitens der Sennerei möchte man derzeit keine Stellungnahme abgeben.
Gestern Abend landete die Einführung von Wasseruhren erneut im Gemeinderat. VBM Eberharter spricht von einer „einschneidenden Entscheidung“ für Mayrhofen.