Bestandsaufnahme in luftiger Höhe am Linzer Mariendom
Linz (APA) - In luftiger Höhe am Turm des Linzer Mariendoms ist Domhüttenmeister Gerhard Fraundorfer seit Dienstag zugange. Er nimmt - unter...
Linz (APA) - In luftiger Höhe am Turm des Linzer Mariendoms ist Domhüttenmeister Gerhard Fraundorfer seit Dienstag zugange. Er nimmt - unterstützt von speziell ausgebildeten Höhenkletterern - umfangreiche Untersuchungen an dem Bauwerk vor, etwa, um Schäden durch Witterung festzustellen. Am Dienstag beobachteten Medienvertreter die Arbeit.
Der Domhüttenmeister verlegt seinen Arbeitsplatz in regelmäßigen Abständen in schwindelerregende Höhen. Dieses Mal seilt er sich vom 132 Meter hohen Turm ab, um den Turmhelm genau zu begutachten. Es gilt, den Zustand der Steinfugen, der Zierteile, des Dekors sowie des sieben Meter hohen Stahlkreuzes am Mariendom zu untersuchen. Diese Befundung dauert ungefähr eine Woche und spielt sich in einer Höhe von 65 bis 132 Metern ab. Fraundorfer hängt in den Seilen - neben ihm Höhenkletterer, die dem selbstständigen Steinmetzmeister zur Seite stehen.
Die Dombauhütte Linz ist eine von nur zwei in Österreich. Sie wurde mit Baubeginn des Doms 1862 eingerichtet. Hauptaufgabe ist heute die Erhaltung der denkmalgeschützten Bausubstanz, wobei moderne Technologien die traditionellen Steinmetztechniken ergänzen, und die ständige Beobachtung und Dokumentation des Schadensverlaufes der Steinarchitektur. Kam der Sandstein zur Bauzeit des Doms (1862 bis 1924) aus einem Steinbruch in Niederösterreich, wird heute farblich passender Stein aus Polen und Dresden verwendet. Dombaumeister Wolfgang Schaffer ist für die Instandhaltung und Ausstattung der flächenmäßig größten Kirche Österreichs verantwortlich.