Musik

„Ich hoffe, dass wir uns nicht an Trump gewöhnen“

© Outreach

Seine Heimat ist Schwaz, sein Zuhause ist New York: Auf seinem ersten Album will Jazz-Musiker Franz Hackl diese beiden Welten verbinden.

Von Christiane Fasching

Innsbruck –Wenn Franz Hackl von „Jazz“ spricht, dann klingt das ganz zart, dann schwingt das Doppel-Z wie eine sanfte Melodie – dann merkt man, dass hier Liebe im Spiel ist. Liebe zur Musik, die den 51-jährigen Schwazer, der einen Großteil des Jahres in New York lebt und arbeitet, schon sein Leben lang begleitet. Die Zeit, ein eigenes Album aufzunehmen, fand der umtriebige Trompeter, Produzent, Arrangeur und Instrumentenbauer, der vor 25 Jahren mit „Outreach“ auch ein eigenes Festival auf die Beine gestellt hat, bislang allerdings nicht.

„Da kam immer irgendein Job dazwischen. Bei den eigenen Träumen ist man ja leider oft nachlässig“, erzählt Hackl beim Long Distance Call aus dem Big Apple, wo er sein spätes Debüt nun alsbald in die Tat umsetzen will. Spätestens bis zum Sommer soll das noch namenlose Album auf den Markt kommen. „Noch lieber wäre mir, wenn es schon im Frühjahr fertig wäre: Aufnahmen hab’ ich ja genug, aber jetzt geht’s ums Mischen und Mastern. Da will ich nicht hudeln“, sagt der Tiroler Kosmopolit, der sich in der Bergwelt genauso heimisch fühlt wie im Asphaltdschungel der Großstadt. Dieses Lebensgefühl soll auch auf seinem ersten Album anklingen: „Ich will diese beiden Welten, in denen ich mich bewege, miteinander verbinden“, sagt Hackl, der einerseits seinen Wurzeln nachspüren will, andererseits aber auch seine Gegenwart und Zukunft vertonen will. Sprich: Tiroler Volksweisen sollen auf Modern Jazz treffen, Hackl stellt sich sein Album als einen Begegnungsort seiner musikalischen Prägungen vor. Wo Hackl draufsteht, steckt aber auch sein IDO-Quartet drinnen: Mit Keyboarder Adam Holzman und Bassist James Genus verbindet den Wanderer zwischen den (Musik-)Kontinenten eine langjährige Freundschaft. Zu hören wird aber auch Schlagzeuger und Komponist Kim Plainfield sein, der vor wenigen Monaten gestorben ist. „So traurig das ist, so schön ist’s, dass ich so viele Top-Leute kenne, mit denen ich zusammenarbeiten kann“, meint Hackl. Und singt ein Loblied auf die Möglichkeiten der Musik, die in seinen Augen viel mehr Dialekte als die Sprache zählt. Hackl: „Trotzdem versteht man sie viel leichter – weil sie ohne einen Rucksack an Vorurteilen daherkommt.“

Komplett anders verhält es sich da ja mit US-Präsident Donald Trump, dessen „offen demonstrierter Wahnsinn“ Hackl fassungslos macht. „Ich hoffe, dass wir uns nie an Trump gewöhnen“, wünscht sich der Musiker, der dem vermeintlich mächtigsten Mann der Welt „hoffnungslose Überforderung“ attestiert. „Mit seiner Ahnungslosigkeit beschädigt er die USA und natürlich auch sein Amt“, ist Hackl überzeugt. Eine zweite Amtszeit von Trump hält er übrigens für ausgeschlossen. Hackl: „Schön langsam erkennen auch seine Anhänger, dass sie eigentlich die Leidtragenden seiner konfusen Politik sind, die für mich auch auf psychische Probleme hindeutet.“ So hört sich’s also an, wenn Hackl jemandem den Marsch bläst ...

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