Vatikan

Bundespräsident ohne katholische Wurzeln zu Besuch beim Papst

Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird am Donnerstag vom Papst empfangen.
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Am Donnerstag empfängt Papst Franziskus im Vatikan Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Das besondere an diesem Besuch ist, dass Van der Bellen nicht der katholischen Kirche angehört.

Wien – Alexander Van der Bellen wird am Donnerstag als fünfter Bundespräsident Österreichs im Vatikan vom Papst empfangen. Der Besuch bei Franziskus unterscheidet sich von dem seiner Vorgänger Franz Jonas, Kurt Waldheim, Thomas Klestil und Heinz Fischer darin, dass Van der Bellen keine katholischen Wurzeln hat. Explizit gläubige Katholiken waren aber nur Waldheim und Klestil.

Der 73-jährige Ex-Grünen-Politiker Van der Bellen hatte ursprünglich der evangelischen Kirche angehört, war aber bereits früh aus ihr ausgetreten. In einem ORF-Talk sagte Van der Bellen während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016:

„Ich bin evangelisch getauft und bin dann aus Ärger über meinen lokalen Pfarrer aus der Kirche ausgetreten. Aber das muss schon fast 40 oder 50 Jahre her sein. Ich sage immer dazu: Den Glauben an den einen Gott habe ich verloren, aber ich glaube an die Botschaft oder die Vision, die das Neue Testament ausmacht, also inklusive der Bergpredigt, der Nächstenliebe und an alles, was das zwischenmenschliche Zusammenleben ausmacht.“

Heinz Fischer bezeichnet sich - wie Van der Bellen - selbst als Agnostiker. Aus der katholischen Kirche trat er 1995 aufgrund der Missbrauchs-Vorwürfe gegen den damaligen Wiener Erzbischof Hans Hermann Groer aus. Dennoch blieb es Fischer vorbehalten, gleich von zwei Päpsten im Vatikan eine Audienz zu bekommen. (APA)