Steinzeitjäger und Bauern mischten sich auf Pyrenäenhalbinsel flott

Wien/Krems (APA) - Bauern aus dem Nahen Osten zogen vor rund 7.700 Jahren in weite Teile Europas und brachten die Jungsteinzeit mit. Auf der...

Wien/Krems (APA) - Bauern aus dem Nahen Osten zogen vor rund 7.700 Jahren in weite Teile Europas und brachten die Jungsteinzeit mit. Auf der Iberischen Halbinsel mischten sie sich rasch mit den dortigen Jägern und Sammlern, fanden österreichische Forscher mit Kollegen heraus. Bisher glaubte man, dass die Einwanderer die alten Bewohner großteils verdrängen. Die Studie erschien im Fachjournal „Scientific Reports“.

Ein Team um Anna Szecsenyi-Nagy und Kurt W. Alt vom Zentrum für Natur- und Kulturgeschichte der Menschen an der Danube Private University in Krems hat von 338 Individuen aus der Jungsteinzeit, Kupferzeit und frühen Bronzezeit, deren Überreste im heutigen Spanien, Portugal und Marokko gefunden wurden, die mütterlichen Verwandtschaftslinien untersucht. Dies funktioniert über das Erbgut (DNA) der „Kraftwerke der Zellen“ (Mitochondrien), die nur von den Frauen an ihre Nachkommen weitergegeben werden.

Während die Jungsteinzeitbauern etwa das heutige Ungarn, Österreich und Deutschland über die Balkanroute besiedelten, kamen sie auf der Mittelmeerroute über Italien und Südfrankreich auf die Iberische Halbinsel, vielleicht auch aus Nordafrika, erklärte Alt im Gespräch mit der APA. Je mehr die Einwanderer dort ins Landesinnere vordrangen, desto mehr vermengten sie sich mit der lokalen Jäger- und Sammler-Bevölkerung. Am höchsten war die Durchmischungsrate in Zentralspanien, wo die Funde fast ein Drittel Jäger- und Sammler-DNA aufwiesen, sagte er.

Die Interaktionen der einwandernden Bauern mit den einheimischen Jägern und Sammlern passierten vorwiegend schon in der Jungsteinzeit, so die Forscher. In der darauffolgenden Kupferzeit sowie der frühen Bronzezeit gab es keine signifikanten Veränderungen mehr in der Zusammensetzung der mütterlichen DNA, berichten sie.

(S E R V I C E - Internet: http://dx.doi.org/10.1038/s41598-017-15480-9)