Afghanische Opiumproduktion laut UNO auf Rekordniveau
Kabul/Wien (APA) - Die Opiumproduktion in Afghanistan hat Rekordniveau erreicht: Im Vergleich zum Jahr 2016 sei ein Anstieg um 87 Prozent au...
Kabul/Wien (APA) - Die Opiumproduktion in Afghanistan hat Rekordniveau erreicht: Im Vergleich zum Jahr 2016 sei ein Anstieg um 87 Prozent auf 9.000 Tonnen zu verzeichnen, gab das UNO-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) am Mittwoch in Wien bekannt. Das Gebiet, in dem Schlafmohn angebaut wurde, habe mit 328.000 Hektar ebenfalls ungeahnte Ausmaße erreicht. 2016 waren es noch 201.000 Hektar.
„Es ist höchste Zeit, dass die internationale Gemeinschaft und Afghanistan der Kontrolle von Drogen einen neuen Stellenwert einräumen“, sagte UNODC-Exekutivdirektor Yury Fedotov anlässlich der Präsentation des „Opium-Überblicks 2017“, der mit dem afghanischen Ministerium für Drogenbekämpfung erstellt wurde. Man müsse endlich anerkennen, dass Suchtgift ein globales Problem und der Umgang damit eine gemeinsame Verantwortung aller Staaten sei.
Afghanistan ist der weltweit größte Produzent jener Mohnpflanzen, aus denen Opium und Heroin hergestellt werden. Für den krisen- und kriegsgeplagten südasiatischen Binnenstadt bedeute der neuerliche Anstieg, dass die Anzahl der Aufstände sowie die finanzielle Unterstützung von Terrorgruppen im Land zunehmen könnten. Für die Zielländer weltweit heißt diese Entwicklung, dass noch mehr hochqualitatives und dabei immer billigeres Heroin die Märkte überschwemmen wird. Derzeit seien nur mehr zehn Provinzen Afghanistans frei von Mohnanbau, heißt es in dem Bericht. In den restlichen 24 Provinzen wird der Drogenausgangsstoff kultiviert, am meisten betroffen ist der Süden des Landes.
~ WEB www.unodc.org ~ APA199 2017-11-15/11:01