Osttirol

Felbertauerntunnel erstrahlt in neuem Licht

Symbolfoto
© FAG/Kollnig

Demnächst startet die Montage von 365 modernen LED-Leuchten. Sie werden den Lenkern im Tunnel noch bessere visuelle Bedingungen und ein Plus an Sicherheit liefern. Vor Sommer 2018 geht das neue Licht an.

Von Claudia Funder

Matrei i. O. –Vor einem Monat wurden im Felbertauerntunnel Belagsanierungsmaßnahmen durchgeführt und dabei die beiden äußeren Fahrbahnviertel mit einer neuen Deckschicht versehen, die TT berichtete. Noch ausstehende Asphaltierungsarbeiten in der Tunnelinnenhälfte sind für 2018 angepeilt.

Schon jetzt steht ein weiterer Schritt in Richtung noch mehr Komfort und Sicherheit bevor: die Modernisierung des Beleuchtungssystems. Effiziente LED-Technologie wird im Tunnel Einzug halten.

Was sorgte bisher für Licht?

1967, vor der Eröffnung der Felbertauernstraße, war eine Linienbeleuchtung mit Niederdruck-Gasentladungslampen, sprich Leuchtstoffröhren, installiert worden. Diese spendeten „weißes“ Licht und verfügten über eine zweistufige Schaltung – halb und voll.

1990 wurde auf Punktbeleuchtung mit Natrium-Hochdruckdampflampen als Leuchtmittel umgestellt. Sie liefert orangegelbes Licht und ist dreistufig schaltbar. Einstiges Ziel: den Wartungs- und vor allem Energieaufwand zu drosseln. „Die damaligen Richtlinienvorgaben wurden eingehalten, mit dem Nachteil schlechterer Farbwiedergabe“, erklärt Michael Köll, technischer Leiter der Felbertauernstraße AG (FAG). „Tunnel-Sicherheitsdiskussionen – vor allem in der Zeit von 2000 bis 2010 – haben namhafte Hersteller zur Neuentwicklung von Tunnelleuchten veranlasst. Zudem wurden die Neubau-Richtlinienvorgaben für Tunnelbeleuchtungen – insbesondere auch betreffend die Leuchtdichte – erheblich verschärft.“ Seit etwa 2010 gehe die technische Entwicklung auch in Richtung Nutzung von LED als Leuchtmittel für Tunnels.

Ab 2012 wurden im Felbertauerntunnel LED-Tunnelleuchten getestet. Seit Beginn dieser Phase hat die LED-Entwicklung große Sprünge gemacht, die Lichtausbeute hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

2016 fasste man in der Felbertauernstraße AG den Entschluss zur Erneuerung der Innenstreckenbeleuchtung mit LED-Technik, erklärt Köll. In diese Entscheidung seien die Ergebnisse einer Diplomarbeit mit Thema „Beleuchtung Felbertauerntunnel“ und einer angeschlossenen Lebenszykluskostenrechnung, die Ergebnisse der Tests und die Notwendigkeit zur Anlagenerneuerung geflossen.

Insgesamt 365 moderne LED-Leuchten werden im Felbertauerntunnel montiert werden, im Abstand von 14,5 Metern. Sie bieten für das menschliche Auge gewohntes, als „weiß“ wahrgenommenes Licht, das dem Tageslicht sehr nahe kommt. Die Verkehrsteilnehmer dürfen sich auf sehr gute Sehbedingungen und eine hohe Farbwiedergabe freuen. Die moderne Technik sorgt für eine homogene und blendfreie Tunnelbeleuchtung, die technisch stufenlos dimmbar ist. In Anlehnung an die Neubaurichtlinie sind, betont Köll, drei Schaltstufen vorgesehen: 100 Prozent vorwiegend am Tag, 50 Prozent als Standardnachtschaltung und 12,5 Prozent ab 22 Uhr. Die Leuchtdichte passt sich an das Tageslicht und Verkehrsaufkommen an. Die Leuchtdichtemessung und -regelung erfolgen automatisch.

Wie sieht es mit dem Energieaufwand aus? Dieser liegt pro Jahr laut Köll künftig bei ca. 213.000 kWh, derzeit sind es 170.000 kWh mit der Hälfte der Leuchtdichte.

Der Zeitplan? „Mit der Leuchtenmontage soll noch im November begonnen werden, in den verkehrsarmen Nachtstunden unter einstreifiger Verkehrsführung“, verrät Köll. Maximale Wartezeit für Verkehrsteilnehmer: 10 Minuten. Der Montagezeitplan hänge wesentlich von den Nachttemperaturen ab.

Installationen außerhalb des Fahrraums, etwa im Zuluftkanal über der Zwischendecke und in den Portalstationen, seien bereits angelaufen und werden bis in das späte Frühjahr 2018 dauern.

Wann wird das LED-Licht angehen? Nach der Montage bedarf es der Einbindung in die Tunnelsteuerung und mehrerer Prüfungen. Die Aufschaltung der neuen Beleuchtung und Abschaltung der alten soll noch vor dem Sommer 2018 erfolgen, ergänzt Köll.

Die Erneuerung der Innenstreckenbeleuchtung kostet 700.000 Euro.

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Catharina Oblasser

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