Verfahren wegen Geiselnahme von französischen Journalisten in Syrien

Paris (APA/AFP) - Belgien hat den mutmaßlichen Angreifer auf das Jüdische Museum in Brüssel, Mehdi Nemmouche, für einen Tag nach Frankreich ...

Paris (APA/AFP) - Belgien hat den mutmaßlichen Angreifer auf das Jüdische Museum in Brüssel, Mehdi Nemmouche, für einen Tag nach Frankreich überstellt. Sein Anwalt erklärte am Mittwoch, ein Pariser Anti-Terror-Richter habe gegen ihn ein Verfahren wegen „Entführung und Freiheitsberaubung im Zusammenhang mit einer terroristischen Tat“ eröffnet.

Nemmouche soll an der Geiselnahme von vier französischen Journalisten in Syrien beteiligt gewesen sein. Nemmouche ist Franko-Algerier und sitzt wegen des Anschlags auf das Jüdische Museum von Brüssel vom Mai 2014 in Belgien in Haft. Der 32-Jährige wird verdächtigt, vier Menschen getötet zu haben. Ihm droht deshalb lebenslange Haft.

Vor dem Angriff auf das Museum soll sich der Islamist nach Erkenntnissen der französischen Ermittler in Syrien aufgehalten haben. Vier französische Journalisten identifizierten ihn als einen ihrer Geiselnehmer. Der Radiojournalist Didier Francois und der Fotograf Edouard Elias waren im Juni 2013 nördlich von Aleppo verschleppt worden. Der Magazinreporter Nicolas Hénin und der Fotograf Pierre Torrès wurden zwei Wochen später nahe der Stadt Raqqa entführt.

Alle vier wurden im April 2014 an der türkischen Grenze aufgefunden und konnten nach Frankreich zurückkehren. Sie berichteten von Misshandlungen durch Nemmouche. Zudem soll er syrische Gefangene gefoltert haben.