Stift Klosterneuburg präsentiert 2018 Schau zum „Römerlager Arrianis“
Klosterneuburg (APA) - Das 1114 vom Hl. Leopold gegründete Stift Klosterneuburg erhebt sich auf einst römischem Boden - Anlass für die Jahre...
Klosterneuburg (APA) - Das 1114 vom Hl. Leopold gegründete Stift Klosterneuburg erhebt sich auf einst römischem Boden - Anlass für die Jahresausstellung 2018 „Römerlager Arrianis - Der Limes in Klosterneuburg“. Bei der traditionellen „Leopoldi“-Pressekonferenz mit Propst Bernhard Backovsky wurden am Mittwoch zudem Forschungsaktivitäten im Kloster und das Buch „Niederösterreich. Eine Spurensuche“ vorgestellt.
Der im Brandstätter Verlag erschienene Prachtband präsentiert auf über 600 Seiten und in rund 1.000 Abbildungen die Vielfalt des mit 19.000 Quadratkilometern größten Bundeslandes. Von sechs Autoren und in Gastbeiträgen werden Geschichte, Landschaft, Traditionen und Entwicklungen beleuchtet. Herausgeber ist das Land NÖ.
Beim Auftakt zum Landesfeiertag hob Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Bedeutung des Augustiner-Chorherrenstifts als kulturelles Erbe, geistiges Zentrum und Ort der Wissenschaft - mit Archiv, Bibliothek und Sammlungen - hervor. Die Musiksammlungen der Stifte Klosterneuburg, Göttweig und Melk sollen nun im Zeitraum von zwei Jahren erforscht werden. Projektpartner sind die Donau-Universität Krems und die Österreichische Akademie der Wissenschaften, die Fördersumme beträgt knapp 400.000 Euro.
Wie Wirtschaftsdirektor Andreas Gahleitner erläuterte, haben archäologische Grabungen im Stift Klosterneuburg bereits im 18. Jahrhundert begonnen. Die Ausstellung werde Einblicke in das einstige Leben im Militärlager und in der Zivilsiedlung geben. Gahleitner verwies auf zahlreiche Bodenfunde, ein Highlight dabei ein im 19. Jahrhundert entdecktes Militärdiplom aus 80 nach Christus. Eine begehbare Grabung unter dem Kreuzgang des Stiftes soll den Kern der Schau bilden.
Ein im November gestartetes Forschungsprojekt gilt der „Performanz von Heiligkeit am Beispiel Markgraf Leopolds III. von Österreich“. 1485 war der Stiftsgründer heiliggesprochen worden - heute verbindet man mit dem Babenberger, dessen Sterbetag zum Landesfeiertag erklärt wurde, die Begriffe schulfrei und „Fasslrutschen“ über das Tausend-Eimerfass im Binderstadel des Stiftes zu „Leopoldi“. Vier junge Wissenschafter untersuchen nun, wie seine Heiligkeit visualisiert und das Brauchtum in die Moderne transportiert wurde.
Auch das stiftliche Weingut ist von Forschungsaktivitäten umfasst. Laut Gahleitner wurden in einem Langzeitversuch Weinfässer, die seit Jahrhunderten aus Klosterneuburger Eiche hergestellt werden, im Vergleich zu französischen getestet. Die Analyse ergab, dass im Barrique aus heimischer Eiche gelagerter Wein nicht nur viele wertvolle Aromastoffe enthalte, sondern auch farbintensiver sei.
(S E R V I C E - www.stift-klosterneuburg.at)