Mladic versteckte sich jahrelang in Militärkaserne in Belgrad

Belgrad/Den Haag (APA) - Der wegen Völkermordes angeklagte frühere bosnisch-serbische Militärchef Ratko Mladic hat sich vor dem UNO-Kriegsve...

Belgrad/Den Haag (APA) - Der wegen Völkermordes angeklagte frühere bosnisch-serbische Militärchef Ratko Mladic hat sich vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal jahrelang in einer Belgrader Militärkaserne versteckt. Das berichtete die Tageszeitung „Danas“ (Mittwoch-Ausgabe) unter Berufung auf einen Staatsanwalt in einem Prozess, der in Belgrad gegen Mladics Helfer geführt worden war.

Demnach hatte sich Mladic, gegen den das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien im Jahr 1995 Anklage erhoben hatte, zwischen November 2000 und Juli 2003 in der Militärkaserne Topcider aufgehalten. Die serbischen Behörden hatte in jener Zeit aber auch danach wiederholt bestritten, dem einstigen bosnisch-serbischen Militärchef bei seiner mehrjährigen Flucht Hilfe geleistet zu haben. Mladic wurde schließlich nach 16-jähriger Flucht 2011 in der nordserbischen Provinz Vojvodina festgenommen, wo er sich im Familienhaus eines Verwandten versteckt hielt.

Das im August verkündete Urteil gegen die damaligen Helfer von Mladic wurde kürzlich zum Staatsgeheimnis erklärt. Die Veröffentlichung könnte dem internationalen Ansehen Serbiens Schaden zufügen, erläuterte die Staatsanwaltschaft, ohne Gründe anzugeben.

Das Urteil des UNO-Tribunals zum Fall Mladic wird für den 22. November erwartet. Mladic hatte sich unter anderem wegen Völkermordes in Srebrenica zu verteidigen, wo bosnisch-serbische Truppen im Juli 1995 rund 8.000 bosniakische Männer ermordet hatten. Die Anklage hatte lebenslang für Mladic gefordert.

~ WEB http://www.icty.org/ ~ APA309 2017-11-15/12:52