Vorwürfe gegen Onay: Willi will vermitteln, Grüne rudern zurück
Im Streit um Gemeinderat Mesut Onay nehmen die Grünen nun Andeutungen, es habe sich bei dem Vorwurf möglicherweise nicht um einen Einzelfall gehandelt, zurück. Der Abgeordnete nahm die Entschuldigung laut Bürgermeisterkandidat Georg Willi an.
Innsbruck – Nach dem Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen den Innsbrucker Grünen-Gemeinderat Mesut Onay tritt der grüne Bürgermeisterkandidat Georg Willi als Vermittler zwischen dem Mandatar und dem Gemeinderatsklub auf. Er nehme es „in die Hand, diesen Streit beizulegen“. Dazu führe er „Gespräche mit allen Beteiligten und bringe sie an einen Tisch“, erklärte Willi.
Es gebe letztlich keinen Beschluss des Innsbrucker Klubs auf einen ursprünglich angekündigten Ausschluss Onays, meinte Willi in einer Aussendung weiters. Dennoch werde dieser nicht mehr Teil des Klubs sein. Darauf habe man sich gemeinsam verständigt, so der grüne Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahl im kommenden April und ehemalige Nationalratsabgeordnete.
Grüne nehmen Andeutung zurück
Die Gespräche hätten am Dienstag begonnen und er werde diese fortsetzen, kündigte das Tiroler Urgestein der Öko-Partei an. Details aus den einzelnen vergangenen und zukünftigen Treffen werde es keine geben. Die bisherigen Gespräche seien allesamt konstruktiv verlaufen. „Ein Streit innerhalb der Innsbrucker Grünen kann vielleicht öffentlich ausgetragen werden, aber man kann ihn nicht öffentlich lösen. Darin sind sich alle einig“, betonte Willi. Jeder werde einen Schritt auf den anderen zugehen müssen. Inwiefern alle dazu bereit seien, werde man sehen. Ein erster dieser Schritte sei mittlerweile erfolgt. Der Innsbrucker Gemeinderatsklub habe die öffentliche Aussage, wonach es nicht zu entkräftende Hinweise gebe, dass die angebliche sexuelle Belästigung durch Onay aus dem Jahr 2005 kein Einzelfall war, „mit dem Ausdruck des Bedauerns“ zurückgenommen.
„Ich bedauere, dass es dazu gekommen ist und bin froh, dass wir das rasch aus der Welt schaffen konnten und Mesut Onay die Entschuldigung des Klubs für diese Formulierung angenommen hat“, schrieb Willi dazu in einer Aussendung.
Onay beschrieb Vorfall als „Grenzüberschreitung“
Onay hatte am Montag in einer Pressekonferenz den Vorfall aus dem Jahr 2005 als „Grenzüberschreitung“ bezeichnet, die er damals aber nicht als eine solche empfunden habe. Er sprach von einer Intrige der übrigen Klubmitglieder gegen ihn und kündigte an, als freier Mandater im Gemeinderat zu bleiben.
Der Mandatar gilt als Vertrauter Willis und hatte im Vorfeld der Entscheidung im Mai über den Spitzenkandidaten der Partei für die nächstjährige Wahl für den früheren langjährigen Landtagsklubobmann mobilisiert. Genau darin sah er auch den Grund für die angebliche Intrige. Alle übrigen Mandatare hätten schließlich die jetzige Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider präferiert, die Willi bei der Bezirksversammlung letztlich unterlag. (TT.com/APA)