Berlin: Kein Hinweis auf Einsatz deutscher Boote vor dem Jemen
Berlin/Sanaa (APA/Reuters) - Die Regierung in Berlin hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf den Einsatz saudi-arabischer Patrouillenboo...
Berlin/Sanaa (APA/Reuters) - Die Regierung in Berlin hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf den Einsatz saudi-arabischer Patrouillenboote aus deutscher Produktion zur Seeblockade des Jemen. Sollte es andere Anzeichen geben, gehe man dem nach, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin.
Die deutsche Regierung rufe die Konfliktparteien dazu auf, alles zu tun, um uneingeschränkten humanitären Zugang und Importe von dringend benötigten Waren in den Jemen zu garantieren.
Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, nach Überzeugung der Regierung in Berlin sei es notwendig, dass weitere Häfen, Flughäfen und Grenzübergänge geöffnet würden. Die Ankündigung Saudi-Arabiens, jene Häfen für Hilfslieferungen zu öffnen, die unter Kontrolle der jemenitischen Regierung seien, werde begrüßt.
Die deutsche Regierung steht im Kreuzfeuer der Kritik, weil sie im dritten Quartal dieses Jahres dreimal so viele Genehmigungen für Waffenlieferungen an Saudi-Arabien erteilt hat wie im Vorjahreszeitraum. Der Wert stieg auf rund 148 Millionen Euro. Darunter sind auch vier Patrouillenboote. Vor zwei Jahren hatte die Regierung die Lieferung von insgesamt 15 solcher Boote an Saudi-Arabien genehmigt.
Die Vereinten Nationen hatten am Dienstag ein Ende der Blockade jemenitischer Seehäfen gefordert. Rund 21 Millionen Menschen benötigten Hilfe, sieben Millionen seien vollständig von Lebensmittellieferungen abhängig.
Die Militärallianz Saudi-Arabiens kämpft gegen die schiitische Houthi-Bewegung im Jemen. Vergangene Woche verhängte sie eine Blockade über alle Zugänge zum Land. Begründet wurde die Maßnahme mit iranischen Waffenlieferungen an die Houthi. Der Iran bestreitet die Vorwürfe.