Merkel mahnt Jamaika-Partner zu Kompromissbereitschaft
Berlin (APA/Reuters/dpa) - Vor dem Finale der Sondierungen zur Bildung einer Jamaika-Koalition in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Mer...
Berlin (APA/Reuters/dpa) - Vor dem Finale der Sondierungen zur Bildung einer Jamaika-Koalition in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Kompromissbereitschaft von den beteiligten Parteien CDU, CSU, FDP und Grünen gefordert. Die deutsche Kanzlerin sprach am Donnerstag noch von „gravierenden Unterschieden“ zwischen den Parteien, hielt eine Einigung aber für möglich.
„Ich glaube, es kann gelingen“, sagte die CDU-Vorsitzende am Donnerstag in Berlin vor den entscheidenden Gesprächen von CDU, CSU, FDP und Grünen. In der Nacht auf Freitag wollen die vier Parteien eine Einigung finden, die sie ihren Parteigremien vorlegen können, bevor formelle Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden.
In den kommenden Stunden seien der nötige Wille und harte Arbeit gefragt, sagte Merkel. „Ich hoffe, dass der Wille da ist, dass etwas gelingt. Die Verantwortung dafür haben wir. Und ich werde versichern, meinen Beitrag dazu zu leisten“, betonte Merkel.
Merkel zeigte Verständnis dafür, dass bei den möglichen Jamaika-Partnern „jeder und jede“ dafür kämpfe, dass von dem, was die Identität einer Partei darstelle, möglichst viel auch in einem denkbaren Regierungsprogramm sichtbar werde. „Ich finde es gut, weil das auch so eine Phase der Selbstvergewisserung ist, was ist wichtig und was ist vielleicht nicht so wichtig“, sagte die Kanzlerin.
Zuletzt hatten sich die vier Parteien in wichtigen Themenfeldern wie Klima, Verkehr und Migration festgebissen. Merkel räumte ein, dass es „sehr, sehr unterschiedliche Positionen“ gebe.
Sie forderte alle Beteiligten auf, jetzt die entscheidenden Kompromisse zu machen: „Heute ist der Tag, an dem wir uns auch in die Situation des jeweils anderen hineinversetzen und fragen müssen, was ist für den wichtig.“ Wenn das gelinge, könne am Ende der heutigen Verhandlungen ein positives Ergebnis stehen. „Wenn das gelingt, (...) kann daraus etwas sehr Wichtiges für unser Land entstehen in einer Zeit großer Polarisierung“, sagte die CDU-Vorsitzende. Nach Ansicht von Merkel werden die Gespräche „open end“ geführt, also voraussichtlich bis tief in die Nacht.