Siemens - IG Metall: Abbau „in dieser Größenordnung inakzeptabel“

München (APA/Reuters) - Die Gewerkschaft IG Metall hat Widerstand gegen die Pläne von Siemens zur Streichung von weltweit fast 7.000 Arbeits...

München (APA/Reuters) - Die Gewerkschaft IG Metall hat Widerstand gegen die Pläne von Siemens zur Streichung von weltweit fast 7.000 Arbeitsplätzen und zur Schließung von zwei Turbinen-Werken angekündigt. „Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung ist angesichts der hervorragenden Gesamtsituation des Unternehmens völlig inakzeptabel“, sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner am Donnerstag.

Kerner sitzt auch im Aufsichtsrat des Münchner Industriekonzerns. Er sei für die Gewerkschaft „nicht einmal eine ernsthafte Diskussionsgrundlage“. Kerner hofft dabei auch auf die Unterstützung der Mitarbeiter und der Politik.

Der Gewerkschafter warf dem Siemens-Vorstand vor, „trotz wiederholter Appelle“ nicht rechtzeitig auf die Krise in der konventionellen Kraftwerkstechnik reagiert zu haben. Angesichts des Vormarschs erneuerbaren Energie aus Wind und Sonne sinkt die Nachfrage nach Kraftwerken, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, drastisch. „Für ein Unternehmen wie Siemens grenzt diese Mischung aus Tatenlosigkeit und Einfallsarmut an einen Offenbarungseid des Managements“, sagte Kerner nach einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses, auf der Spartenchef Willi Meixner und Personalchefin Janina Kugel die Pläne präsentiert hatten.

Die IG Metall beharre auf dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und Werksschließungen, der bei Siemens seit 2010 gilt. Ausnahmen davon könne es nur geben, wenn das Unternehmen als Ganzes wirtschaftlich gefährdet sei. Davon könne angesichts der Rekordzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Rede sein, sagte Kerner. Selbst die betroffene Kraftwerkssparte habe mehr als acht Prozent Umsatzrendite erwirtschaftet.

~ ISIN DE0007236101 WEB http://www.siemens.com ~ APA423 2017-11-16/16:11