Zürcher Börse schließt befestigt, SPI gewinnt 0,74%

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag auf die zuletzt erlittenen Abgaben reagiert und zu einer kräftigen Erholu...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag auf die zuletzt erlittenen Abgaben reagiert und zu einer kräftigen Erholung angesetzt. Angeführt wurde die technische Gegenbewegung von Zyklikern und Banken. Der Verkaufsdruck an den internationalen Finanzmärkten habe spürbar abgenommen und Anleger hätten Deckungskäufe getätigt, beschrieb ein Händler die Lage am Markt.

Zudem habe die Korrektur erste Schnäppchenjäger auf den Plan gerufen. Unterstützung gab es von guten Daten zur US-Industrieproduktion, während sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im November deutlicher als erwartet abgekühlt hat.

Bestand in den letzten Tagen keine Einigkeit darüber, ob es sich bei den jüngsten Kursentwicklungen um einen Stimmungswandel oder bloß um Gewinnmitnahmen handelte, mehren sich nun wieder die Stimmen, die von einem Bullenmarkt sprechen. Bis Ende Jahr sei ein Erreichen der Marke von 9.500 Punkten durchaus noch möglich, hieß es. Gewinnmitnahmen wie in den letzten Tagen seien in einer solchen Situation nicht unüblich und sogar förderlich für die Nachhaltigkeit der Kursanstiege. Gegen einen Bärenmarkt spreche weiter auch das positive makroökonomische Umfeld.

Bis Handelsende rückte der Swiss Market Index (SMI) um 0,63 Prozent auf 9.146,82 Punkte vor, wobei er zum Schluss noch von den Tageshöchstwerten zurückgenommen wurde. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,84 Prozent auf 1.481,28 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,74 Prozent auf 10.499,32 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln lagen bis auf Zurich Insurance (unv.) alle im Plus.

Lonza (+2,2 Prozent) beendeten den Handel an der Spitze der Blue Chips, gefolgt von Vifor (+2,1 Prozent) und Sonova (+2,0 Prozent). Nach der jüngsten Rücksetzern überrasche dies nicht, hieß es. Insbesondere die Titel des Hörgeräteherstellers hatten nach enttäuschenden Halbjahreszahlen zwei Tage in Folge Verluste hinnehmen müssen. Gegensteuer gaben die Anleger auch bei Logitech (+2,0 Prozent) oder Schindler (+1,9 Prozent).

Clariant kletterten um 1,8 Prozent auf 26,25 CHF in die Höhe. Beim Chemiekonzern hatten die Analysten von Société Générale die „Kauf“-Empfehlung bekräftigt und ihr Kursziel um 4,50 CHF auf 29,50 CHF deutlich erhöht. Trotz der gescheiterten Huntsman-Fusion bleibe er von Clariant überzeugt, so der Analyst.

Bei den Banken schlossen sowohl Julius Bär als auch Credit Suisse (je +1,4 Prozent) und UBS (+0,9 Prozent) klar im Plus. Die Banken hätten überdurchschnittlich von der guten Stimmung am Finanzmarkt profitiert, war hierzu aus Händlerkreisen zu hören.

Nicht ganz so auf Touren kamen die Pharma-Schwergewichte Roche (+0,5 Prozent) und Novartis (+0,4 Prozent). Novartis hatte für sein Krebsmittel Kisqali (Ribociclib) eine bedingte Empfehlung durch die britische Zulassungsbehörde National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) erhalten. Nestlé gewannen 0,4 Prozent.

Zurückhaltung war am Tag nach dem Investorentreffen bei den Papieren des Versicherungskonzerns Zurich (unv.) auszumachen. Der Konzern sieht sich auf Kurs, um in Zukunft profitabel zu wachsen und die Dividende bis 2019 zu erhöhen.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA485 2017-11-16/18:03