Kurienerzbischof dementiert Divergenzen über Papst-Reformen

Vatikanstadt (APA) - Kurienerzbischof Angelo Becciu hat Divergenzen zwischen der Kurie und dem Papst über dessen Reformen dementiert. „In de...

Vatikanstadt (APA) - Kurienerzbischof Angelo Becciu hat Divergenzen zwischen der Kurie und dem Papst über dessen Reformen dementiert. „In der Kurie können wir verschiedener Meinung sein, doch dies ist ein Beitrag, um die Kirche zu verbessern“, beteuerte Becciu bei einer Buchpräsentation am Donnerstagabend in Rom.

Becciu bestritt, dass der Papst beim Vorantreiben seiner Reformen im Vatikan isoliert sein. „Wir Kurienmitglieder leiden ein wenig darunter, dass man uns als vom Papst getrennt darstellt. Dabei würden wir unser Leben für ihn geben. Es ist normal, dass man seine Meinung ausdrückt. Doch es gibt totale Gehorsamkeit. Es tut mir leid, dass man den freien Ausdruck einer Meinung als Widerspruch zum Papst betrachtet. Es besteht volle Einheit in der Kurie“, so Becciu nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Becciu berichtete, dass Franziskus ? unkonventioneller Stil die Arbeit der vatikanischen Diplomaten auf den Kopf gestellt habe. „Man macht das, was das Protokoll vorsieht und dann nimmt der Papst das Telefon in die Hand und spricht persönlich mit den Staatschefs, mit denen er oft direkte und persönliche Beziehungen unterhält, nachdem er sie bei einer Audienz getroffen hat. Doch dies ist Teil der Persönlichkeit Franziskus und wenn das Früchte trägt, ist es willkommen“, betonte Becciu.

Der Erzbischof erzählte unter anderem von dem Treffen zwischen Franziskus und US-Präsidenten Donald Trump im Mai. „Angesichts der Fernsehbilder befürchteten wir, dass das Treffen kühl verlaufen war und waren daher ein wenig in Sorge. Nach dem Treffen kam der Dolmetscher des Staatssekretariats, der zu Verschwiegenheit verpflichtet ist, auf mich zu und sagte: ?Great, great‘, der Papst war großartig. Er hat Trump Dinge sagen können, die dieser sonst schwer angenommen hätte“, so Becciu.