Zillertal

Umfahrung in Fügen: „Nur eine Zwischenlösung“

Die Baustelle rund um die Spieljochbahn in Fügen wurde nun noch größer.
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Die Planung für die neue Trasse der Zillertalbundesstraße in Fügen dauert weiter an. Dafür wird derzeit bei der Spieljochbahn die Landesstraße in Richtung Fügenberg verlegt.

Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen, Fügenberg –Sie wird 2200 Meter lang, verbraucht rund 4,7 Hektar Boden, nimmt es mit bis zu 23.000 Fahrzeugen täglich auf, verläuft rund 460 Meter unterflurig und betrifft knapp 120 Grundstücke. Die Rede ist von der geplanten Umfahrung Fügen.

„Wir sind voll beim Planen. Es ist sehr viel Arbeit, aber wir sind zuversichtlich“, sagt Christian Molzer von der Abteilung Verkehr des Landes Tirols auf Anfrage der TT. Derzeit laufen vor allem die Detailplanungen zum Straßenbau auf Hochtouren. Es brauche unzählige Pläne für die verschiedenen Abschnitte. „Mit einem Strich auf dem Papier ist das nicht getan. Es müssen statische Berechnungen gemacht werden, dann die ganzen Betonarbeiten, das Grundwasser, die Lärmschutzwände, Unterführungen und so weiter“, sagt Molzer. Ende April solle alles so weit fertig sein, dass der nächste Schritt folgen kann: die straßenrechtliche Verhandlung. „Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Aber die Zillertalbundesstraße in Fügen hat oberste Priorität“, betont Molzer. Weitere Prognosen wolle er aber nicht abgeben. Vor 2023 kann nicht mit einer Fertigstellung der Umfahrung gerechnet werden.

Die Bagger für die neue Umfahrung sind angerückt. Sie quert teils den Bahnparkplatz.
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Auf Hochtouren laufen zugleich auch die Verhandlungen mit den rund 120 Grundstückseigentümern. „Wir versuchen, ein möglichstes Einvernehmen zu finden“, sagt Molzer. Ob Angebote und Vorstellungen zusammenpassen, könne er noch nicht sagen. Laut LHStv. Josef Geisler wolle man den Eigentümern keinen Grund wegnehmen, schon gar nicht den Bauern. „Wir bemühen uns um Tauschgründe“, sagt Geisler. Daher sei man auch mit dem Landeskulturfonds im Gespräch. Es gebe gute Tauschgründe, verrät er.

Für die Verkehrsabteilung des Landes gibt es in Fügen bereits eine zweite Baustelle. Dort sind die Bagger bereits aufgefahren. Bis Ende des Jahres soll die neuralgische Kurve zwischen Spieljochbahn und Kohlerhof entschärft werden – durch eine neue Straßenführung. Diese verläuft oberhalb des Gemeindeamtes Fügenberg in Richtung Süden, um die beiden Häuser am Rande des Spieljochbahnparkplatzes zu umfahren, macht dann wieder eine Kurve in Richtung Norden, oberhalb der Häuser vorbei, durchkreuzt den Bahnparkplatz und mündet im Bereich des Landhauses Laimböck wieder auf die Bestandsstraße.

Eine Verkehrslösung, die Molzer sehr freut: „Die Kohlerkurve war schon seit über 20 Jahren ein heikles Thema. Die Breiten zur Begegnung mit Bussen oder Lkw waren einfach nicht gegeben. Zudem fällt die Kurve auf einer Seite schräg ab. Viele Jahre hatten wir dafür keine Lösung. Jetzt, durch den Bau der Spieljochbahn, hat sich eine Chance ergeben.“ Auf die Frage, ob bei der Einmündung der neuen Landesstraße auf den Bestand nicht ebenso ein kritischer Punkt für größere Fahrzeuge entstehe, antwortet Molzer: „Das wurde gut geplant und ist für die Begegnung großer Fahrzeuge ausgelegt.“ Die Praxis wird zeigen, wie gut die neue Straßenführung funktioniert. Kreisverkehr sei definitiv keiner geplant.

Da die neue Landesstraße den Spieljochbahnparkplatz im oberen Bereich durchquert, wird für die Bahnkunden eine Unterführung gebaut. Mittelfristig oder auch längerfristig gibt es den Plan, die Straße nicht durch den Parkplatz zu führen, sondern sie weiter bergauf verlaufen zu lassen und erst kurz vor der Kerschbaumbrücke wieder in den Bestand münden zu lassen. Laut Molzer fehle das Einvernehmen mit einem Grundstückseigentümer.

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Für Fügenbergs BM Josef Fankhauser ist die derzeitige Lösung „in Ordnung“, damit die Verkehrssicherheit gegeben ist. „Für uns Fügenberger macht auf längere Sicht aber nur die Verlängerung bis zur Kerschbaumbrücke einen Sinn. Das ist jetzt nur eine Zwischenlösung“, sagt Fankhauser. Zudem dementiert er das Gerücht, dass die beiden Hausbesitzer direkt an der neuen Landesstraßenführung nicht zur Bauverhandlung eingeladen gewesen wären.

Die derzeitige Landesstraße vom Kohlerhof in Richtung Fügenberg wird nach der Fertigstellung der neuen Trasse Ende des Jahres zwar bestehen bleiben, aber in eine Gemeindestraße übergehen.

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