Bild kursiert durchs Netz: Plant Netflix eine Harry-Potter-Serie?
Wird die Geschichte rund um Zauberlehrling Harry Potter bald in Serienform weitererzählt? Ein Foto auf Facebook sorgt für Rätselraten. Gewissheit herrscht hingegen bei anderen professionellen Film-Projekten, gezaubert von eingefleischten Fans.
Von Tamara Stocker
Innsbruck — Ein Bub mit schwarzen Haaren. Auf seiner Nase sitzt eine kugelrunde Brille. Und dann ist da dieser Blitz auf seiner Stirn. Der sieht zwar nicht aus wie jener von Zauberlehrling Harry Potter, aber sonst erinnert alles an den berühmten Hogwarts-Schüler. Auf dem Bild, das derzeit auf Facebook die Runde macht, ist auch dessen Name zu lesen. Und der Zusatz „Netflix — Weihnachten 2020." Was steckt dahinter?
Viele Nutzer haben an der Echtheit des Plakats ihre berechtigten Zweifel, anderen zaubert es ein Lächeln ins Gesicht. Erst Anfang der Woche sorgte Amazon mit der Ankündigung einer „Herr der Ringe"-Serie für Furore unter der Fangemeinde. Netflix wollte sich dazu auf Nachfrage vorerst nicht äußern, dementierte aber auch nicht.
Die Betreiber der Seite „Hogwarts, movie", die das Bild posteten, wollen aber wissen: „Unseren Informationen zu Folge ist die Serie geplant. In der Geschichte wird es um Kinder gehen." Die Euphorie über das unbestätigte Projekt scheint groß. Innerhalb von zwei Tagen wurde das Bild knapp 15.000 Mal geteilt und ebenso oft mit einem „Gefällt mir" markiert. Die Tausenden Kommentatoren bieten sich teils hitzige Diskussionen. Fest steht: bisher hat noch keine glaubwürdige Quelle das Gerücht bestätigt.
Voldemort-Film fix, weitere Trilogie angekündigt
Viel konkreter sieht die Sache hingegen beim Ableger „Voldemort — Origins Of The Heir" aus. Das Fan-Projekt beleuchtet die jungen Jahre des „Harry Potter"-Bösewichts und wird noch in diesem Jahr veröffentlicht. Potter-Erfinderin Joanne K. Rowling (52) hat mit dem ganzen übrigens nichts zu tun — die Idee zum Film stammt vom italienischen Regisseur Gianmaria Pezzatto, der sich lange mit dem Studio Warner Bros. um die Lizenzrechte gestritten hatte. Sein Argument, der Film entstehe für die Fans und nicht aus Profitgier, überzeugte schließlich. Der erste Trailer zum Prequel ist im Juni erschienen und wurde bisher knapp 17 Millionen Mal aufgerufen.
Seit geraumer Zeit macht auch die Ankündigung weiterer Independent-Produktionen die Runde. Hinter der Facebook-Seite „Hogwarts, movie", jener, die das mysteriöse Netflix-Plakat postete, steckt nämlich mehr. Die Administratoren sollen an einer Film-Trilogie werkeln, die sich den Vorgeschichten zur Hogwarts-Schule, der Kammer des Schreckens und der Entstehung des Zauberer-Volkssports Quidditch widmet. Der erste Teil „Hogwarts Origins" soll im Juni 2018 im Internet erscheinen und wird derzeit in der Bretagne in Frankreich gedreht. Die anderen beiden Filme sollen 2020 und 2022 folgen. Über den Cast ist bis dato nichts bekannt, auf der Facebookseite und auch über Snapchat halten die Filmmacher ihre mittlerweile 160.000 Follower auf dem Laufenden.
Rowling sorgt auch selbst für Nachschub
Viele Fans der populären Buchreihe wollen sich scheinbar nicht damit abfinden, dass es seitens J.K. Rowling keinen neuen Stoff mehr aus dem „Potterversum" gibt und ergreifen deshalb selbst die Initiative. Dabei hat die 52-Jährige mit dem Spin-Off „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" sehr wohl für Nachschub gesorgt. Von dem Fantasy-Streifen kommen noch mindestens zwei weitere in die Kinos, der zweite Teil startet hierzulande am 15. November 2018.
Die sieben „Harry Potter"-Bücher sind der größte Bucherfolg der 2000er-Jahre, bis 2015 sind weltweit mehr als 450 Millionen Exemplare verkauft worden. In den Kinos dieser Welt spielten die Filme rund 7,7 Milliarden US-Dollar ein. In diesen Sphären werden sich die ambitionierten Fan-Filmprojekte wohl nicht bewegen — man darf trotzdem gespannt sein. Das gilt auch für Weihnachten 2020.