Jamaika - Umfrage: Mehrheit für Neuwahlen bei Scheitern

Mainz/Berlin (APA/AFP/dpa) - Bei einem Scheitern der Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition sind mehr als zwei Drittel der Deutschen für ...

Mainz/Berlin (APA/AFP/dpa) - Bei einem Scheitern der Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition sind mehr als zwei Drittel der Deutschen für Neuwahlen. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-“Politbarometer“ sprachen sich 68 Prozent der Befragten für Wahlen aus, falls ein Bündnis von CDU, CSU, FDP und Grünen nicht zustande kommt. Dagegen sind demnach 29 Prozent der Bürger.

In der Bevölkerung schwindet auch die Zustimmung zu einer solchen Koalition. Nur noch die Hälfte (50 Prozent) der Befragten fände es gut, wenn es zu einer solchen Regierung käme. Für schlecht hielten dies 31 Prozent der Bürger, egal wäre es 16 Prozent. Zuvor war die Zustimmung zu einem Jamaika-Bündnis deutlich größer.

Wenn am nächsten Sonntag bereits gewählt würde, gäbe es kaum Veränderungen. Die CDU/CSU käme auf 33 Prozent der Stimmen, die SPD auf 21 Prozent. Die Grünen würden zwölf Prozent erreichen, die FDP zehn Prozent. Die AfD liegt bei elf Prozent, die Linkspartei bei neun Prozent. Für das „Politbarometer“ befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1303 Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich liegt bei einem Anteilswert von 40 Prozent bei drei Prozentpunkten, bei zehn Prozent bei zwei Prozentpunkten.

CSU-Chef Horst Seehofer hat nach Einschätzung der Befragten des ZDF-“Politbarometers“ fast keinen Rückhalt mehr in der eigenen Partei. Nur noch zehn Prozent der Befragten in der am Freitag veröffentlichten Umfrage glauben, dass die CSU in wichtigen politischen Fragen noch hinter ihrem Vorsitzenden steht. 75 Prozent glauben dies nicht. Das Ergebnis korrespondiert damit, dass Seehofer in der vom „Politbarometer“ erstellten Liste der zehn wichtigsten Politiker mit einem neuen persönlichen Tiefstwert von minus 0,2 Schlusslicht ist.