Schelling: Österreich hat „sehr attraktive Angebote“ für EU-Agenturen
Brüssel/Wien (APA) - Finanzminister Hans Jörg Schelling, der am Montag in Vertretung von Außenminister Sebastian Kurz (beide ÖVP) die EU-Abs...
Brüssel/Wien (APA) - Finanzminister Hans Jörg Schelling, der am Montag in Vertretung von Außenminister Sebastian Kurz (beide ÖVP) die EU-Abstimmung zur Verlagerung der Arzneimittelagentur (EMA) und der Bankenaufsicht (EBA) wahrnimmt, hat am Freitag die Vorzüge der österreichischen Angebote betont.
„Österreich hat sowohl für die Europäische Arzneimittelagentur EMA als auch die Europäische Bankenaufsicht EBA zwei sehr attraktive Angebote gelegt“, erklärte Schelling laut einer Sprecherin in einem Statement gegenüber der APA. Beide Agenturen wären für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Österreich sehr interessant, wie auch eine Studie des IHS belege, sagte Schelling.
„Die EMA würde einen jährlichen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von 203 Mio. Euro leisten. Bei der EBA liegt er bei 39,7 Mio. Euro“, rechnete der Finanzminister vor. „Mittelfristig würde der Betrieb der EMA laut IHS innerhalb von fünf Jahren insgesamt rund 1 Mrd. Euro, der Betrieb der EBA rund 0,2 Mrd. Euro zum österreichischen Bruttoinlandsprodukt beitragen. Darüber hinaus würden mit der EMA-Ansiedelung mehr als 2.000, mit der EBA-Ansiedelung mehr als 400 neue Arbeitsplätze in Österreich entstehen. Unser Interesse an der Entscheidung am Montag ist daher sehr groß“, betonte Schelling.
Neben Wien haben sich um die EMA auch Amsterdam (Niederlande), Athen (Griechenland), Barcelona (Spanien), Bonn (Deutschland), Bratislava (Slowakei), Brüssel (Belgien), Bukarest (Rumänien), Kopenhagen (Dänemark), Dublin (Irland), Helsinki (Finnland), Lille (Frankreich), Mailand (Italien), Porto (Portugal), Sofia (Bulgarien), Stockholm (Schweden), Valletta (Malta), Warschau (Polen) und Zagreb (Kroatien) beworben. Für die EBA gehen neben Wien ebenfalls Brüssel, Dublin, Frankfurt/Main, Paris, Prag, Luxemburg und Warschau ins Rennen.
Die Entscheidung fällt am Montagnachmittag bei dem Allgemeinen Rat in Brüssel in geheimer Abstimmung der 27 EU-Staaten - ohne Großbritannien.