Teheran wirft Paris in Libanon-Krise Voreingenommenheit vor
Teheran/Paris/Beirut (APA/AFP) - Im Zusammenhang mit der Regierungskrise im Libanon hat der Iran Frankreich Voreingenommenheit vorgeworfen. ...
Teheran/Paris/Beirut (APA/AFP) - Im Zusammenhang mit der Regierungskrise im Libanon hat der Iran Frankreich Voreingenommenheit vorgeworfen. Das Außenministerium in Teheran erklärte am Freitag, Frankreich könne mit seinem „befangenen und voreingenommenen“ Blickwinkel „potenzielle Krisen in echte“ verwandeln.
Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian hatte dem Iran zuvor während seines Besuchs in Saudi-Arabien „hegemoniale“ Ambitionen in der Region vorgeworfen.
„Die Sorgen, die Sie ausdrücken, entbehren jeglicher Logik der regionalen Realitäten und sind falsch adressiert“, erklärte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums im Hinblick auf Le Drian. Frankreich wiederhole „aus der Luft gegriffene Sorgen verblendeter, kriegstreiberischer“ saudi-arabischer Politiker. Die Vorwürfe seien aggressiv gegenüber dem Iran und trügen nicht dazu bei, die Krise im Libanon zu lösen, erklärte das Außenministerium.
Der überraschende Rücktritt des libanesischen Regierungschefs Saad Hariri am 4. November wird als Teil eines größeren Konflikts zwischen den Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran gesehen, die beide nach Einfluss in der Region streben. Le Drian äußerte sich bei seinem Besuch in Riad besorgt über Irans „Intervention in regionalen Krisen“ und die „hegemonialen“ Absichten Teherans und kritisierte besonders das iranische Raketenprogramm.
Der französische Präsident Emmanuel Macron will am Samstag den sich derzeit in Saudi-Arabien aufhaltenden Hariri in Paris empfangen. Dabei geht es nach Angaben Macrons nicht um ein „Exil“. Hariri hatte bei seiner Rücktrittserklärung gesagt, er fürchte im Libanon um sein Leben, und angedeutet, die proiranische Hisbollah-Bewegung trachte ihm nach dem Leben. Hariri versicherte wiederholt, er werde nicht in Saudi-Arabien festgehalten und werde bald in den Libanon zurückkehren.