Salzburger Rupertinum erinnert an den Künstler Georg Eisler

Salzburg (APA) - Knapp 20 Jahre nach dem Tod von Georg Eisler ist erstmals in Österreich wieder eine große Ausstellung mit Werken aus dem Sc...

Salzburg (APA) - Knapp 20 Jahre nach dem Tod von Georg Eisler ist erstmals in Österreich wieder eine große Ausstellung mit Werken aus dem Schaffen des Künstlers zu sehen. Das Museum der Moderne Salzburg zeigt an seinem Standort Rupertinum ab morgen, Samstag, unter dem Titel „Welt-Anschauung“ eine umfassende Einzelausstellung.

Anlass für die Schau sei eine Schenkung des Georg und Alice Eisler-Stiftungsfonds für bildende Künstler und Komponisten, erklärte Museumsdirektorin Sabine Breitwieser anlässlich des Medienrundgangs am Freitag. Das Haus hatte sich aus dem Nachlass rund 60 Werke aussuchen können. Der große Bestand an Grafiken und Zeichnungen, der schon von Museumsgründer Otto Breicha, einem Weggefährten und Förderer Eislers, angelegt wurde, konnte nun durch Gemälde ergänzt werden. „Wir haben uns für die Werkgruppe mit Bildern von Demonstrationen entschieden“, sagte Breitwieser. Mit der Vorbereitung der Schau ging auch eine Neuentdeckung des Bestandes einher.

Eisler wurde 1928 in Wien geboren. Seine Eltern waren der Komponist Hanns Eisler und die Sängerin Charlotte Eisler. Nach Stationen in Moskau und Prag verbrachte er die Zeit des Nationalsozialismus in Großbritannien im Exil. Dort besuchte er verschiedene Kunstschulen und erhielt Privatunterricht von Oskar Kokoschka, der zu einem Förderer des Künstlers wurde. Im Jahr 1946 kehrte er nach Wien zurück, wo er bis zu seinem Tod 1998 lebte und arbeitete. Der Auseinandersetzung mit den Exilerfahrungen ist ein Teil der Ausstellung gewidmet.

„Eisler ist ein figurativer Maler, im Zentrum seiner Arbeit steht der Mensch“, sagte Ausstellungskuratorin Barbara Herzog: „Eislers Menschen sind Stadtmenschen.“ So zeigen viele Bilder Straßen- und Kaffeehausszenen, Menschen in der U-Bahn, im Jazzclub oder im Variete. Ein zentraler Bestandteil der Schau sind Gemälde von Demonstrationen und Polizeieinsätzen. Und auch wenn die Bilder des 1998 verstorbenen Künstlers von den 1968er-Auseinandersetzungen inspiriert sind, wirken sie mit ihrer Düsternis und ihrem Drohpotenzial aktueller denn je.

Thematisch passend zeigt das Generali Foundation Studienzentrum im Rupertinum eine kleine Ausstellung „Kunst & Politik“ mit Arbeiten, die sich mit den Grenzen von künstlerischem Handlungsspielraum und politischem Aktivismus auseinandersetzen. Die Palette der Arbeiten reicht von Käthe Kollwitz über die Guerilla Girls bis zum Kollektiv Klub Zwei.

(S E R V I C E - „Georg Eisler. Welt-Anschauung“, 18. November 2017 bis 8. April 2018, Museum der Moderne Salzburg, Rupertinum, Wiener-Philharmoniker-Gasse 9, Salzburg, www.museumdermoderne.at)