Europas Leitbörsen schließen überwiegend schwächer

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag überwiegend mit tieferen Notierungen aus dem Handel gegangen. Der Euro...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag überwiegend mit tieferen Notierungen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 17,34 Einheiten oder 0,49 Prozent auf 3.547,46 Zähler.

Vor dem Wochenende nahm die Unsicherheit unter den Anlegern wieder etwas zu, hieß es aus den Handelsräumen. Eine wesentliche Rolle spielte dabei der zuletzt starke Euro. Die Gemeinschaftswährung war in der Früh zunächst wieder unter 1,18 US-Dollar gesunken, hatte dann aber erneut spürbar zulegen können und pendelte sich am Abend im Bereich von 1,1800 Dollar ein.

Daten aus der Eurozone und auch aktuelle Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi hatten hingegen kaum Einfluss auf die Märkte: Draghi dämpfte die Hoffnung auf ein rasches Ende der ultralockeren Geldpolitik im Euroraum. „Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem die Erholung der Inflation sich selbst trägt ohne unsere unterstützende Geldpolitik“, so Draghi.

Der Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone ist im September weiter gestiegen und hat ein Rekordhoch erreicht. Nach Zahlen der EZB legte der Überschuss bereinigt auf 37,8 Milliarden Euro zu. Dies ist der dritte Anstieg in Folge und der höchste Überschuss seit Entstehung der Eurozone.

Am Nachmittag rückten aktuelle US-Daten verstärkt in den Blick der Anleger: In den USA sind im Oktober deutlich mehr Bauten begonnen und genehmigt worden als erwartet. Die Baubeginne erhöhten sich zum Vormonat um 13,7 Prozent. Das ist deutlich mehr als der von Analysten erwartete Zuwachs um 5,6 Prozent. Die Baugenehmigungen stiegen im Oktober um 5,9 Prozent. Auch das war mehr als die erwarteten 2,0 Prozent.

Unter den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 konnten CRH ein Plus von 1,34 Prozent verbuchen. Die US-Bank Morgan Stanley hob die Aktien des Baustoffherstellers auf „Overweight“.

Ein Branchenvergleich zeigte Aktien aus der Medienbranche unter den größeren Gewinnern. Zu verdanken war dies insbesondere Vivendi und Sky. Der französische Medienkonzern Vivendi hatte am Vorabend Zahlen vorgelegt und sieht sich trotz eines rückläufigen Gewinns im dritten Quartal auf gutem Weg zu seinen Jahreszielen. Das kam gut am Markt an. Die Aktien zogen kräftig um 4,39 Prozent nach oben.

Sky konnten in London ein Plus von 4,10 Prozent verbuchen. Berichten zufolge haben der US-Kabelnetzbetreiber Comcast und der US-Telekomkonzern Verizon ihr Interesse am Sky-Anteil bekundet, der aktuell 21th Centry Fox gehört.

In Frankfurt büßten die Papiere von Fresenius 5,4 Prozent ein. Die Schweizer Bank UBS empfiehlt die Aktie nun zum Verkauf. Analyst Ian Douglas-Pennant äußerte sich vor allem kritisch zur Infusionstochter Kabi des Medizintechnikkonzerns und rechnet mit wachsendem Konkurrenzdruck.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA491 2017-11-17/18:15